München

"Amoklauf" war faschistisches Attentat

Der neunfache Mord vom 22. Juli 2016 kann als politisch motivierte, faschistische Tat eingeschätzt werden – zu diesem Schluss kommen nach Informationen von SZ und WDR drei von der Stadt München beauftragte Gutachter. Einer der Gutachter spricht von "Rechtsterrorismus". Die drei Wissenschaftler kommen damit zu einem anderen Ergebnis als die Ermittlungsbehörden und die Staatsregierung, die die Tat als unpolitischen "Amoklauf" gewertet haben. Die städtische Fachstelle für Demokratie hatte die Sozialwissenschaftler Christoph Kopke, Matthias Quent und Florian Hartleb damit beauftragt, den politischen Hintergrund von David S. aufzuklären. David S. ermordete neun Menschen, alle stammten aus Einwandererfamilien. Außerdem hatte er als Datum den Jahrestag des Attentats des faschistischen Terroristen Breivik gewählt, den er als Vorbild sah. Was die Wissenschaftler jetzt bestätigen, hat die MLPD vom ersten Tag an so eingeschätzt. Ihr damaliger Parteivorsitzender Stefan Engel war zum Zeitpunkt des Attentats in München und konnte das aufgrund der bereits vorliegenden Informationen aus der Umgebung des Anschlags treffend analysieren.