Togo

Die Massen fordern den Sturz des Diktators

In einem Sternmarsch, der von drei Punkten ausging, forderten vor einigen Tagen Tausende Demonstranten in Lome, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Togo, den Abtritt von Präsident Faure Gnassingbe.

Von Isidore Apélété, Kommunistische Partei Togos
Die Massen fordern den Sturz des Diktators
Massenproteste auf den Straßen von Togos Hauptstadt Lome (rf-foto)

Es war der zweite Tag des „Marsches der Empörung“ gegen die fünfzigjährige Herrschaft der Familie des Präsidenten. Auf einem Transparent stand: "Das Volk von Togo sagt: 50 Jahre sind genug“. Die Demonstranten blockierten die Straßen mit Steinblöcken. Auch in Städten im Norden des Landes gab es Demonstrationen für den Sturz des Präsidenten.

 

Rote Fahne News dokumentiert im Folgenden eine Stellungnahme, die Isidore Apélété von der Kommunistischen Partei Togos dazu vor kurzem gegeben hat:

Der aktuelle Machthaber Faure Gnassingbe (foto: Ricardo Stuckert/PR - Agência Brasil (CC BY-SA 3.0 [1]))
Der aktuelle Machthaber Faure Gnassingbe (foto: Ricardo Stuckert/PR - Agência Brasil (CC BY-SA 3.0 [1]))

In Kürze

  • In Togo herrscht seit 50 Jahren die Familie des Präsidenten Faure Gnassingbe diktatorisch
  • Das Militär massakrierte im letzten Monat Demonstrierende
  • Die Kommunistische Partei Togos arbeitet daran, die Bewegung weiter in die Offensive zu bringen

„Seit Anfang August entwickelt sich eine brisante Situation in Togo. Die kleinbürgerlichen Oppositionsparteien hatten schon lange gefordert, dass die alte ‚demokratische‘ Verfassung wiederkommt.

 

Diese Verfassung von 1992 stützt aber das neokoloniale System des mittlerwile verstorbenen Diktators Eyadéma, der seit 1963 an der Macht war und das jetzt von seinem Sohn Faure Gnassingbe weitergeführt wird. Unter dieser Verfassung wurden die Massen in Armut gestürzt.

Es gab Massaker des Militärs

Am 19. und 20. August sind die Massen auf die Straße gegangen. Es gab Massaker. Die Unterdrückung war unglaublich. Sie ging vom Militär aus. Es attackierte die Bevölkerung von Mango, Sokodé, Tchamba und anderen Städten Togos.

 

Die Massen sind sich bewusst geworden, dass die Zeiten in denen nur Reformforderungen zu stellen waren, vorbei sind, . Sie fordern nun den Sturz des Diktators und das Ende des neokolonialen Systems. Das ist die übergeordnete Forderung, die im ganzen Land herausgeschrien wird!

Das ist ein Sieg der Revolutionäre und Kommunisten in Togo

Isidore Apélété

Das ist ein Sieg der Revolutionäre und Kommunisten in Togo. Diesen Sieg müssen wir jetzt festigen und die Massen an den Aufstand heranführen. Daran arbeiten die Kommunisten und die demokratischen und revolutionären Kräfte. Sie gründen seit ungefähr einem Monat im ganzen Land Kampfkomitees. Diese Kampfkomitees sollen den Kampf so organisieren, dass er bis zum Sturz des Systems geführt wird.

Jugend mit an vorderster Stelle

Eine Sache müssen wir unterstreichen: Im Moment kämpfen vor allem die Jugend und Arbeitslose an vorderster Stelle. Die Arbeiterklasse ist noch nicht mit in den Kampf eingetreten. In den Phosphatzechen, den Eisenerzminen und Zementfabriken wird weiter produziert. All diese Tausenden Industriearbeiter sind noch nicht in den Kampf einbezogen.

 

Also ist das Land noch nicht lahmgelegt. Die finanziellen Quellen für das Regime bestehen noch. Diese finanziellen Mittel werden für den Krieg gegen die Bevölkerung eingesetzt. Deshalb verstärken wir unsere Anstrengungen, die Arbeiter zu gewinnen, dass sie sich an dem Kampf beteiligen, damit das System gestürzt werden kann.

Bewusstere Organisationsformen notwendig

Diese Kämpfe müssen in einer gemeinsamen Erklärung und Organisiertheit münden, mit der die Bewegung in die Offensive gehen kann. Solange dies nicht erfolgt, ist es dem Militär noch möglich, die Menschen zu quälen und sie wieder in ihre Häuser zurückzudrängen. Wir müssen die Kämpfe in eine bewusstere Organisationsform bringen."