Gelsenkirchen

Faschist filmt Protestaktion - von Polizei toleriert

Die Montagsdemonstration Gelsenkirchen hat am gestrigen 9. Oktober 2017 aus Anlass der Morddrohungen gegen Monika Gärtner-Engel und die Bewohner der Hauptstraße 40 in Gelsenkirchen den Schwerpunkt auf den antifaschistischen Kampf gelegt.

Korrespondenz aus Gelsenkirchen

Es kamen ca. 80 bis 100 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer und mindestens doppelt so viele interessierte Zuhörer. Trotz dieses brisanten Themas war keine Polizei anwesend.

Stadtbekannter Faschist filmt und fotografiert

Über 20 Rednerinnen und Redner solidarisieren sich am offenen Mikrofon mit den Betroffenen der Morddrohungen, als plötzlich ein stadtbekannter Faschist erkannt wurde. Er machte Fotos und filmte. Sofort haben wir ihn aufgefordert, das zu unterlassen und den Platz zu verlassen. Parallel dazu wurde die Polizei gerufen.

 

Nachdem sie aufgeklärt waren, gingen sie zu dem Faschisten und standen während des weiteren Verlaufs der Protestaktion mit ihm in einem Hauseingang.

Energisches Gespräch mit drei Polizisten

Die Montagsdemo haben wir mit dem Lied „Keinen Fussbreit den Faschisten“ um ca. 18.30 Uhr beendet. Kaum war die Demo beendet, ließen die Polizisten den Faschisten aus den Augen, und er begann sofort wieder, mit dem Handy zu fotografieren. Aufgrund lautstarker Protests kamen die Polizisten und ca. 30 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Protestkundgebung hinzu.

 

Es entspannte sich ein energisches Gespräch mit den drei Polizisten. Montagsdemonstranten forderten von der Polizei, dass sie dafür sorgt, dass der Neofaschist sofort die Fotos löscht. Sie werden dafür gemacht, um ins Internet gestellt zu werden und eine Hatz auf die Betroffenen zu organisieren.

 

Das ist eine bekannte Methode der faschistischen Szene. Aus keinem anderen Grund kann sich ein Faschist auf eine
antifaschistische Protestaktion begeben und von den Anwesenden Fotos machen.

AfD-Aufmarsch würde durch hunderte Polizisten geschützt

Statt sofort ihrer Verantwortung nachzukommen, stellte sich der Polizist, Herr Reichenbacher, vor Stefan Engel und wies ihn zurecht: er solle hier nicht rumschreien, er würde ihn auch so verstehen, und fragte provokant: "Klingelt es bei Ihnen?“ Stefan Engel fragte den Polizisten, warum er eigentlich nicht gegen den Faschisten vorgeht, warum dieser einfach ungehindert weiter fotografieren darf, obwohl das bereits angezeigt wurde, und warum die Montagsdemo nicht geschützt wird.

 

Wäre es ein AfD-Aufmarsch, wären vermutlich hunderte Polizisten anwesend, um die AfD zu schützen. Er stellt dem Polizisten die Frage, ob er selbst in diesem Verein (gemeint ist die AfD) ist. Der Polizist antwortet darauf nicht. Herr Heringhaus, Dienstgruppenleiter, behauptete gar: „Sie machen das doch genauso. Sie machen doch auch Fotos und stellen diese ins Internet.“

Losung "Keinen Fußbreit den Faschisten" verwirklicht

Daraufhin forderte Stefan Engel die Herausgabe der Namen der Polizisten, um eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu machen. Alle gingen aufgewühlt, aber auch gestärkt nach Hause. „Keinen Fußbreit den Faschisten“, das haben wir gut verwirklicht.