Saarbrücken

MLPD solidarisch mit Klinikstreik

Die MLPD Saarbrücken schreibt an die streikenden Klinikbeschäftigten:

MLPD Saarbrücken

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


wir solidarisieren uns mit eurem Kampf um höhere Belegungszahlen im Krankenhaus und wünschen vollen Erfolg. Kaum begonnen schlägt euer mutiger Kampf jetzt schon hohe Wellen.


Spätestens seit der Umwandlung der staatlichen und kirchlichen Krankenhäuser in Kapitalgesellschaften geht es den Trägern dieser Krankenhauskonzerne nur noch um den Maximalprofit. In Folge des Konkurrenzkampfes unter diesen Konzernen werden kleine unprofitable Krankenhäuser geschlossen, andere zusammengelegt. Es tritt - wie in der übrigen Industrie - der Zwang zu Bildung immer größerer, internationaler Konzerne ein.


Die Versorgung kranker und verletzter Menschen ist da nur Mittel zum Zweck. Mit der massiven Unterversorgung an Personal wird eure Arbeitskraft rücksichtslos bis zur Erschöpfung ausgebeutet. Neueinstellungen und bessere Belegungsschlüssel rechnen sich für Verantwortlichen nicht. Dem tretet ihr jetzt völlig zu Recht entgegen.


Erhöhung der Arbeitsintensität und Ausdehnung der Arbeitszeit in den Betrieben stehen Arbeitslosigkeit und rasante Zunahme von minder bezahlten Jobs gegenüber. Deswegen fordert die MLPD schon seit langem:

30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!


Interessant ist, dass ausgerechnet der Marienhauskonzern, der in Händen der katholischen Kirche ist, Tarifvertrag und gewerkschaftlichen Streik ablehnt. Er will also eine Situation ohne Tarifvertrag und mit eingeschränkten Rechten der Beschäftigten erhalten, was ihm einen Vorteil im Konkurrenzkampf verschafft. Die christliche Nächstenliebe kennt der Konzern nur, wenn er damit die lieben Mitarbeiter zu verantwortungsvollem Umgang mit den Patienten auffordert, aber bei der optimalen Ausnutzung der Kolleginnen und Kollegen kennt er keine Skrupel. Darüber spricht das Bistum allerdings nicht, wenn es euren Streik verurteilt.


Jetzt ist eine große Debatte darüber entstanden, ob euer Streik rechtens ist, was von den verschiedensten juristischen Institutionen noch geprüft werden müsse. Wir meinen, dass er aus eurer Sache heraus auf jeden Fall berechtigt ist. Das Streikrecht in Deutschland ist an derart vielen Stellen eingeschränkt, dass alle Beschäftigten fordern müssen:

Für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!


Wir grüßen euch ganz herzlich und wünschen nochmals viel Erfolg!


Dietrich Schwang

MLPD Kreis Saarbrücken