Syrien

Raqqa steht unmittelbar vor der vollständigen Befreiung vom IS

Die einst größte und wichtigste Bastion des faschistischen IS, die Stadt Raqqa, ist fast vollständig befreit.

Von gis
Raqqa steht unmittelbar vor der vollständigen Befreiung vom IS

Die IS-Terroristen haben auf ganzer Linie kapituliert. Inzwischen sind alle syrischen und fast alle ausländischen Dschihadisten abgezogen. Die letzten Reste sind eingekesselt. Die Nachrichtenagentur Firat News meldet, dass die Befreiung Raqqas in ihre finale Phase eingetreten ist.

SDF in allen Stadtvierteln präsent

Kämpferinnen und Kämpfer der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sind in allen Stadtvierteln präsent. Sie setzen alles daran, Leben und Gesundheit der noch in der Stadt verbliebenen Zivilisten zu erhalten und sie in Sicherheit zu bringen. Um zu verhindern, dass die IS-Schergen bei ihrem Abzug Angehörige der Zivilbevölkerung als lebende Schutzschilder missbrauchen, gehen die SDF-Kräfte die ultimative Befreiung vorsichtig an. 

 

Dies äußerte der Deutschland-Vertreter von Rojava, Masod Hasan, gegenüber dem Tagesspiegel und fuhr fort: „Wir rechnen damit, die Fahne der SDF nächste Woche überall im Zentrum hissen zu können.“ Allein heute nachmittag konnte die SDF 550 Zivilisten in sichere Gebiete geleiten.

Ein Sieg von strategischer Bedeutung

Dieser großartige Sieg der in den SDF vereinten demokratischen und antifaschistischen Kräfte ist einem beispiellosen Einigungsprozess zu verdanken. 2015 ist es gelungen, dieses breite Bündnis zusammenzuschließen. In ihm arbeiten kurdische, christliche, turkmenische und arabische Milizen zusammen. Eine Zusammenarbeit von Menschen, die z.T. jahrhunderte alte Gräben trennten, deren Vorfahren und Angehörige sich tiefe Verwundungen zugefügt hatten; eine Zusammenarbeit, in der Stück für Stück Vorbehalte überwunden und Vertrauen entwickelt wurden.

 

Über alle weltanschaulichen, ethnischen, politischen und religiösen Unterschiede hinweg eint sie der Wille, die IS-Barbarei zu beenden. Die Führung durch YPG/YPJ achtet sorgfältig darauf, dass der Einigungsprozess weiter vorangeht. So haben sie den Sturm auf Raqqa - gegen den Willen der sie teilweise unterstützenden US-Truppen - erst angetreten, als auch starke arabische Kräfte sich eingereiht hatten.

 

Die Befreiung der Zivilbevölkerung ist das größte Gefühl, das man in Raqqa haben kann

Arabische Kämpferin in den YPJ

Turkmenische Flüchtlinge, die in der Region nördlich von Raqqa in Sicherheit gebracht wurden, bringen zum Ausdruck, was das für die Menschen in der Region bedeutet: „Wir wollen ausländische Mächte wie ISIS und die Türkei aus unseren Ländern heraus haben, und du wirst sehen, wie Sunniten und Schiiten koexistieren können.“

Befreiung in Kürze abgeschlossen

Eine arabische Kämpferin der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) erwartet, dass die Befreiung von Raqqa in Kürze abgeschlossen sein wird. Es sei, so freut sie sich in einer Videobotschaft des YPG-Presseamtes, die Befreiung der Zivilbevölkerung das größte Gefühl, das man in Raqqa haben könne. Ein Fernsehbericht gestern abend zeigte Frauen aus Raqqa, die jetzt zur Entbindung in das Gesundheitszentrum in Kobane kommen.

 

Mit der Befreiung der strategisch bedeutsamen Stadt Raqqa haben die demokratischen Kräfte Syriens den Einfluss des IS in Syrien weiter zurückgedrängt. Und dies, obwohl der IS nach wie vor von verschiedenen neuimperialistischen Mächten unterstützt wird. Der syrische Präsident Baschar al Assad habe sich noch mit dem in Raqqa eingekesselten IS koordiniert, um ein Vorrücken der demokratischen Kräfte zu verhindern. Im Osten Syriens an der Grenze zum Irak rund um die Stadt Deir Essor kontrolliert der IS noch ein großes Gebiet.

Erdogan demaskiert

Die Heuchelei des faschistischen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, er ginge gegen den IS vor, ist schon vielfach entlarvt worden, u.a. mit den Enthüllungen über Waffenlieferungen an den IS, für die fortschrittliche türkische Journalisten im Gefängnis sitzen. Wo es nur geht, sucht Erdogan die demokratischen antifaschistischen Milizen am Vorwärtskommen zu hindern.

 

Vollends demaskiert hat er sich jetzt: Während die SDF-Kräfte die IS-Hochburg von den Faschisten befreien, lässt Erdogan in Absprache mit Russland und dem Iran Truppen in die an das selbstverwaltete Rojava grenzende Provinz Idlib einmarschieren, unterstützt von faschistischen Islamisten (Rote Fahne News berichtete).

 

Dabei verfolgen diese neuimperialistischen Länder die Durchsetzung eigener imperialistischer Machtinteressen. YPG/YPJ rufen die Öffentlichkeit dazu auf, diesen Einmarsch entschieden zu verurteilen.

Ohrfeige für die Bundesregierung

Die Erfolge der YPG/YPJ im Kampf gegen den IS sind eine schallende Ohrfeige für die deutsche Bundesregierung. Während alle Welt froh ist, wenn diesen faschistischen Schergen der Boden abgegraben wird, von dem aus sie ihre barbarischen Anschläge verüben, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel bisher durch nichts dazu zu bewegen, die schäbige Zusammenarbeit mit Erdogan zu beenden.

 

Revolutionäre aus der Türkei und Kurdistan lässt sie seit zwei Jahren in Stadelheim* schmoren, jedes Engagement für die Freiheit des Kurdenführers Abdullah Öcalan sucht sie zu unterbinden. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Erdogans Spitzel sich auch im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herumtreiben.

 

  • Weg mit PKK-Verbot und §§129a/b!
  • Hände weg von Rojava!
  • Abbruch aller diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei!
  • Abzug aller ausländischen Truppen aus Syrien!
  • Es lebe der Solidaritätspakt zwischen der revolutionären Weltorganisation ICOR und dem kurdischen Befreiungskampf!
  • Hoch die Internationale Solidarität!