Global Frackdown Day

Umweltbewegung vor neuen Herausforderungen

Heute findet der Global Frackdown Day statt - zum sechsten Mal seit 2012 und weitgehend ignoriert von den bürgerlichen Massenmedien.

Von bs
Umweltbewegung vor neuen Herausforderungen
Bild: Artists against fracking

Der Aufruf "Macht mit! Gemeinsam stoppen wir Fracking!" prangert den großflächigen Einsatz der Fracking-Technik - vor allem in den USA und in Kanada - und ihre zerstörerische Wirkung auf die Umwelt an:

Treibhausgas Methan

"Die Frackingindustrie verbraucht Fläche und Wasser in großem Maßstab. Durch die Herstellung eines Netzwerks von tausenden Bohrplätzen hat Fracking einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Regionen. Im globalen Maßstab stellen die flüchtigen Methanemissionen aus der Erdgasproduktion ein großes Problem dar. Methan ist über einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet, ein mindestens 86-fach stärkeres Treibhausgas als CO2."

 

In einer Werbung für Fracking, die sich an Investoren richtet, heißt es: "Im Durchschnitt verbraucht eine einzige Förderanlage in Pennsylvania während ihrer Laufzeit fast 5,6 Millionen Gallonen (bzw. rund 21,2 Millionen Liter) Wasser; das entspricht sieben gefüllten olympischen Schwimmbecken. Wenn man bedenkt, dass es in den USA rund 300.000 Fracking-Anlagen gibt, versteht man, warum die Schieferbranche sich den Zorn von Umweltschützern, Biologen, Gemeindebehörden und Politikern zugezogenhat."

Fracking hat sich keineswegs erledigt!

Aber nicht nur in den USA, auch hierzulande gibt es Pläne zum weiteren Ausbau von Fracking. Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, warnt vor einer Fracking-Offensive der Öl- und Gaskonzerne: „Dies geht aus einer Stellenausschreibung des niedersächsischen Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hervor. Demnach sucht die Behörde Personal für die anstehenden Zulassungsverfahren zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl und zum Versenken von Lagerstättenwasser. Die Prüfung und Bewertung von Antragsunterlagen für Planfeststellungsverfahren für Fracking-Maßnahmen sollen ebenso zu den Aufgaben gehören wie Antragskonferenzen, Erörterungstermine und die Mitwirkung bei der Erarbeitung von Zulassungen.“

Sofortiges Frackingverbot!

Im Mittelpunkt des Global Frackdown Days steht die Forderung nach dem sofortigen ausnahmslosen Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dieses Verbot soll unabhängig davon sein, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz von Chemikalien, hydraulisch oder auf andere Art und Weise erzeugt wird.

Erfolge der Anti-Fracking-Bewegung

In den USA organisierte die Antifracking-Bewegung allein 460 Demonstrationen. Sie erreichte das Verbot von Fracking in den Bundesstaaten New York und Vermont und erkämpfte zeitliche Moratorien und regionale Verbote in fünf weiteren Bundesstaaten.

 

In Europa wurde das Verbot von Fracking in Bulgarien und Frankreich gegen den Druck der Industrie aufrecht erhalten. Außerdem gibt es Moratorien gegen Fracking in zahlreichen weiteren Regionen Europas. Der Energiekonzern Chevron wurde gezwungen, seine Fracking-Aktivitäten in Polen, Rumänien und Litauen vorerst aufzugeben. In Großbritanien gibt es etwa 200 Anti-Fracking-Initiativen. Ebenso in den Maghreb-Staaten, in Südafrika, Süd- und Mittelamerika und Australien.

Über 1200 Gruppen in  64 Ländern sind vernetzt

Die Global Frackdown Bewegung ist ein internationaler Zusammenschluss, in dem ein gegenseitiges Lernen und der Austausch der Erfahrungen organisiert wird. Angesichts der Pläne der ultrarechten Trump-Regierung, das Fracking wieder auszubauen, und angesichts des Rechtsrucks der Regierungen in zahlreichen weiteren imperialistischen Ländern steht die internationale Anti-Fracking Bewegung vor neuen Herausforderungen.

 

Um an Kraft zu gewinnen, muss sich der Kampf gegen Fracking mit der Umweltbewegung in ihrer ganzen Bandbreite verbinden, den Widerstand gegen die Regierungen höherentwickeln und dabei Illusionen in Appelle, zeitweise Moratorien und unverbindliche sowie unzureichende Klimaschutzabkommen der Regierungen überwinden.

Von der "Jamaika"-Koalition kein umweltpolitische Fortschritt zu erwarten

In Deutschland lässt eine „Jamaika“-Koalition erwarten, dass die Regierung umweltpolitisch nach rechts rückt. Die FDP stellt sich ausdrücklich gegen Umweltschutzmaßnahmen, und die Grünen haben schon bei der Müllverbrennung bewiesen, wie man höchst umstrittene Technologien gegen die Massen und die eigene Basis durchsetzen kann.

Großdemonstration am 11. November in Bonn

Ein wichtiger Schritt für die Antifracking-Initiativen und -Aktivisten ist es, sich an der Großdemonstration „Unsere Umwelt – Unsere Zukunft – Unser Widerstand!“ am 11. November um 12.30 Uhr auf dem Münsterplatz in Bonn anlässlich der dort tagenden UN-Klimakonferenz zu beteiligen. Eine große überparteiliche kämpferische Demonstration muss das werden, Spaltungsversuchen zum Trotz, bei der die verschiedenen Aspekte des Umweltkampfs zum Tragen kommen. Das weltweite Verbot von Fracking gehört zu den dringend notwendigen Sofortmaßnahmen und zu einem radikalen Kurswechsel in der Klima- und Umweltpolitik, die die Umweltbewegung erkämpfen muss.