Daimler

Holding mit drei Geschäftsbereichen geplant

Die bereits angekündigten Holding-Pläne bekommen jetzt Konturen: die Bereiche Pkw/Lieferwagen, LKW/Busse und Finanz-Dienstleistungen sollen eigenständige AGs einer Daimler Holding werden.

Von wb

„Was das für die Belegschaft genau heißt, dazu kein Ton“, meinten Kolleginnen und Kollegen im Werk Sindelfingen nach dem Besuch der kurzfristig angesetzten Betriebsrats-Information(en).

 

Denn der Gesamtbetriebsrat steht hinter der geplanten Aufspaltung der Gesamtbelegschaft! Und er trägt die Politik von Daimler-Chef Dieter Zetsche mit, diese Vorentscheidung des Vorstandes als Vorgang darzustellen, der nur zum Vorteil der Belegschaft sei. So wurde auch in den bürgerlichen Medien die Verlängerung der „Beschäftigungsgarantie“ bis 2029 und das Festhalten an der einheitlichen „Ergebnisbeteiligung“ bis 2025 groß herausgestellt. Also alles in Butter?

Misstrauen bei den Kolleginnen und Kollegen

Obwohl es für diese Zusagen auf den erwähnten Versammlungen Beifall gab, sind die Kolleginnen und Kollegen zugleich misstrauisch. Denn sie haben gelernt, dass es keine „Geschenke“ ohne wesentlich größere Gegenleistungen gibt, die sie bringen sollen. Tatsächlich sind nur betriebsbedingte Kündigungen „ausgeschlossen“, wird bereits heute Dieter Zetsches Ankündigung, im Zusammenhang mit der Elektromobilität „sofort mit Personalabbau zu beginnen“ durch Nichtersetzen der ausscheidenden Beschäftigten umgesetzt; sind Abfindungsprogramme damit nicht ausgeschlossen. Mit den Zusagen reagiert der Vorstand auf die Befürchtungen und Kritiken unter den Kollegen. So rechnen zum Beispiel die Mannheimer damit, dass ihre Ergebnisbeteiligung aufgrund der geringeren Profitraten im LKW/Busse-Bereich in Zukunft niedriger ausfallen wird. Unter IG-Metall-Vertrauensleuten gibt es die weitergehende Kritik, dass damit die Gesamtbelegschaft geschwächt werden soll und der Vorstand bei der „Anpassung an die sich ändernden Umfelder“ (Zetsche) leichteres Spiel hat,; also einer Umstrukturierung, mit schlechteren Tarifverträgen, wie im bereits bestehenden Finanz-Dienstleistungs-Bereich.

 

Doch genau diese Diskussion will Zetsche nicht, weshalb er auch keine „überzeugende Erklärung für eine Umstrukturierung“ gibt, wie die Stuttgarter Zeitung kritisiert. Klar ist aber, dass Daimler damit auf die „steigenden Konkurrenz durch neue Hersteller von Elektro-Fahrzeugen“¹ reagiert. Allgemein wird deshalb damit gerechnet, dass mit den getrennten Börsengängen zusätzliches Kapital hereingeholt werden soll, um die gewaltigen Investitionen zu stemmen.

Eine Belegschaft – ein Tarifvertrag!

Es ist deshalb wichtig, dass sich die Belegschaft und die Basis der IG Metall zu den Holding-Plänen positioniert: Nein zur Aufspaltung der Belegschaft in Geschäftsfelder, sowie „Stamm-“ und Leiharbeiter, Befristete und Werkverträgler! Wir sind eine Belegschaft! Eine Belegschaft – ein Tarifvertrag!