Opel Eisenach

Das Eis ist gebrochen! Pausenversammlungen bei Opel

Am Dienstag, dem 17. Oktober 2017, fanden am „Frankfurter Kreuz“ in der FEM (Fertig- und Endmontage) zwei von allen Seiten viel beachtete Pausenversammlungen statt.

Korrespondenz aus Eisenach

Auf der kämpferischen Belegschaftsversammlung fünf Tage nach der Bundestagswahl (Rote Fahne News berichtete) wurde deutlich, dass die Zusage vom 16. Dezember 2016, dass in Zukunft in Eisenach das Modell Mokka gebaut wird, nur dazu diente, die Solidarität und den gemeinsamen Kampf der Opel-Belegschaften zu untergraben.

Abwarten oder selbst aktiv werden?

Auf dieser Belegschaftsversammlung orientierten sowohl der Personalvorstand als auch der Vertreter der IG Metall darauf, weiter abzuwarten. Damit stand für die Kollegen die Entscheidung: warten sie weiter ab – oder werden sie selbst aktiv und gehen in die Offensive. In dieser Situation entschieden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter dafür, nicht länger abzuwarten. Sie luden den Betriebsratsvorsitzenden - der auch Aufsichtsratsmitglied ist - zu einer Pausenversammlung ein.

Dieser hatte keine Zeit - Pausenversammlungen trotzdem durchgeführt

Sie forderten ihn auf, die Belegschaft umgehend darüber zu informieren, welche Pläne hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Dieser ließ sich jedoch mit der Begründung, er habe keine Zeit, entschuldigen. Die Arbeiter führten die Pausenversammlungen trotzdem durch. Sie diskutierten, dass es wichtig ist, nicht wie das Kaninchen auf die Schlage zu starren, sondern zu agieren, anstatt weiter abzuwarten.

Personalchef kam persönlich

Im Vorfeld und danach versuchte die Geschäftsleitung, die Pausenversammlungen als illegal und gefährlich zu verteufeln. Um das Ganze zu beobachten, kam der Personalchef Giesing persönlich. Auf der Frühschicht versteckte er sich noch hinter Kisten und während der Versammlung der Spätschicht lief er demonstrativ den Hauptgang der Fertigmontage auf und ab, um damit Kollegen einzuschüchtern, die an der Versammlung teilnehmen wollten.

Der Anfang ist gemacht, das Eis ist gebrochen

Das zeigt, dass die Geschäftsleitung nichts mehr fürchtet, als dass die Arbeiter selbst aktiv werden, in die Offensive gehen und sich organisieren. Die Arbeiter, die trotz der Hetze an den kämpferischen Pausenversammlungen teilgenommen haben, gingen danach gut gelaunt wieder an die Arbeit. Sie haben den Anfang gemacht! Das Eis ist gebrochen. Die nächste Versammlung kommt bestimmt.