100 Jahre Oktoberrevolution

Ein „Oktoberfest“ der besonderen Art

Die Schlussphase der Mobilisierung für das Seminar und die Großveranstaltung zu 100 Jahre Oktoberrevolution nimmt Fahrt auf.

Von pib
Ein „Oktoberfest“ der besonderen Art

In Dresden wurde am Montag vor dem Werk von Global Foundries der Flyer zu den Oktober-Ereignissen verteilt – er stieß auf große Zustimmung unter den Kolleginnen und Kollegen und war schneller vergriffen, als wir das gedacht hatten. Für die Leute ist die Oktoberrevolution auch heute aktuell. Ein Kollege aus Indien redete im Gespräch mehrfach vom „Oktoberfest“. Es stellte sich dann raus, dass er keineswegs München meinte, sondern tatsächlich den 100. Jahrestag der Oktoberrevolution. Richtig: das werden wir feiern!

Kein veraltetes Ereignis

 

Die Vorbereitung von Seminar und Kulturfest läuft inzwischen auf Hochtouren. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen wie diese, dass heute viele Menschen spüren, dass die Oktoberrevolution 1917 keineswegs ein veraltetes Ereignis ist, das angeblich längst überholt sei, wie es uns die bürgerliche Presse vielfach beibringen will.

Internationales Seminar 2007 (Foto: RF)
Internationales Seminar 2007 (Foto: RF)

In Kürze

  • Schon heute 28 Diskussionsbeiträge auf der ICOR-Homepage
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 30 Ländern
  • Diskussionsbeiträge aus Australien, Indien, Deutschland, Türkei, Philippinen, Uruguay, Griechenland, Iran, Panama, Kolumbien ...

So haben bei der Vorführung des Films "Lenin - genialer Führer des Kampfes gegen Imperialismus und für Sozialismus" in Sindelfingen auch Beschäftigte von Daimler die Lehren für den heutigen weltweiten Klassenkampfs sehr schnell erkannt.

"Vormoderne Gewaltdiktatur"?

 

Aber dazu muss man sich auch mit den vom modernen Antikommunismus verbreiteten Vorbehalten auseinandersetzen. Die Bundeszentrale für Politische Bildung schreibt, die Oktoberrevolution „war der Sieg einer vormodernen Gewaltdiktatur über die Freiheitsversprechen des russischen Liberalismus“.¹

 

Die bürgerliche Februarrevolution 1917 hatte zwar den Zar gestürzt - der Krieg ging aber weiter, ebenso wie Großgrundbesitz und kapitalistische Ausbeutung - von wegen Freiheitsversprechen!

Weg frei für den ersten sozialistischen Staat der Welt

 

Erst nach der Oktoberrevolution wurde eine Landreform verwirklicht, mit der die Masse der bitterarmen russischen Bauern das Joch der Ausbeutung durch die reichen Großgrundbesitzer abschütteln konnte. Zahlreiche Dekrete zur Befreiung der Frauen, zur Trennung von Kirche und Staat, zur Gleichberechtigung der verschiedenen Nationalitäten, zu Arbeiterrechten, zur Aufhebung der Todesstrafe in der Armee usw. wurden in kürzester Zeit verankert.

 

Der Weg wurde frei gemacht für den Aufbau des ersten sozialistischen Landes der Welt. Freiheit nicht nur versprochen, sondern für die Arbeiterklasse und Bauern auch verwirklicht. Beschnitten wurde die Freiheit alter und neuer Ausbeuter.

Imperialistische Intervention forderte sechs Millionen Tote

Dabei war die Oktoberrevolution selbst relativ unblutig – es starben in ihrem Zentrum, der damaligen russischen Hauptstadt Petrograd, nur 41 Beteiligte. Aber bereits drei Monate später überfielen die anderen imperialistischen Länder und insgesamt 14 Länder das revolutionäre Russland.

 

Dieser Überfall durch das kapitalistische Ausland forderte etwa sechs Millionen Tote – auch durch Hunger und Elend infolge der Verwüstungen, der Sabotage und der Lebensmittelblockaden durch die Weißen. Das zählt keiner der Antikommunisten! Oder sie schieben es gar Lenin und den Kommunisten in die Schuhe.

Interesse an der Oktoberrevolution groß

 

Trotz antikommunistischer Meinungsmache ist das Interesse groß: Die Unigruppe Stuttgart machte einen Werbeeinsatz für das Seminar auf dem naturwissenschaftlichen Campus der Universität. Die Verteiler berichten von starkem Interesse der Studierenden. Sie haben mehr Flyer genommen als sonst üblich.

 

Aus mehr als 30 Ländern haben sich bereits Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu diesem internationalen Seminar angemeldet. Dazu hochkompetente Revolutionäre aus verschiedenen Strömungen. Darunter Otto Vargas von der PCR Argentinien, Abou Tarik aus Marokko, KN Ramachandran aus Indien, José Maria Sison von den Philippinen und Stefan Engel aus Deutschland.

Internationales Diskussionsforum

 

Die Diskussion, die in sechs Themenblöcken stattfinden wird, läuft bereits auf internationaler Ebene an. Veranstalter ist die revolutionäre Weltorganisation ICOR. Auf ihrer mehrsprachigen Homepage befinden sich – Stand heute - 28 Diskussionsbeiträge.

 

Sie befassen sich mit den heutigen Konsequenzen aus der Oktoberrevolution. Sie stammen aus Australien, Indien, Deutschland, Türkei, Philippinen, Uruguay, Griechenland, Iran, Panama und Kolumbien.

Die internationale sozialistische Revolution besteht aus der ganzen Bandbreite demokratischer und sozialistischer Revolutionen und ihrer Kombination.

Gabi Fechtner, Vorsitzende der MLPD in ihrem Diskussionsbeitrag

"Über die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR", schreibt dort G. Andreatos, Mitglied des Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Griechenlands (ML). Die Kommunistische Partei von Kolumbien-Maoistisch wertet Erfahrungen aus mit der "Kommunistischen Internationale, den bürgerlichen Streitkräften und wie man darin für den Aufstand arbeitet". Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, befasst sich mit der "Strategie und Taktik der demokratischen, antiimperialistischen und sozialistischen Revolution als Lehre aus der Oktoberrevolution" - um nur drei der Themen zu nennen.

Stolz auf die Errungenschaften der Oktoberrevolution

 

Die für das Seminar nötige Übersetzungsarbeit ist eine Herausforderung, die alle zusätzlich unterstützen können, die Fremdsprachen sprechen. Für das große Kulturfest am 28. Oktober ist der Ruhrchor in einer intensiven Vorbereitung. Eine Revue bringt neue Ideen zum Tragen und will mit Musik und Theater auch die Jugend stark angesprechen.

 

Vom richtigen Geist – schon während des Bundestagswahlkampfs - berichtet die MLPD-Landesleitung Baden-Württemberg „Bei den Kundgebungen, Veranstaltungen und Info-Ständen spielte der Stolz auf die Errungenschaften der Oktoberrevolution und des Aufbaus des Sozialismus eine immer größere Rolle.“