Stahl

Betriebsrat von Tata Steel Niederlande lehnt Fusion ab

Der Zentral-Betriebsrat von Tata Steel Niederlande in IJmuiden lehnt die geplante Fusion von Tata Steel Europe mit thyssenkrupp Steel Europe ab.

Von Gerd Pfisterer

Dies geschah nach einer Information über die Grundsatzvereinigung über die Fusionspläne. Sie fürchten vor allem einen einschneidenden Arbeitsplatzabbau, der weit über die angekündigten 4.000 Arbeitsplätze hinausgeht. Neben der Vernichtung Tausender Arbeitsplätze in der Verwaltung und durch Automatisierung sind dies auch Arbeitsplätze durch Verlagerung von Produktion in Niedriglohnländer.

Pläne von Tata Steel für Europa

Ihre Befürchtungen sind nicht aus der Luft gegriffen. Indische Medien berichten, dass Tata Steel plant, 6 bis 8 Millionen Tonnen Rohstahl in Europa stillzulegen und seine Kapazitäten in Indien um 13 Millionen Jahrestonnen aufzubauen. Außerdem soll in dem von beiden Unternehmen unterzeichneten „Memorandum of Understanding“ bereits festgelegt sein, dass Tata jährlich 2,5 Millionen Tonnen Stahl von Indien nach Europa exportiert.

 

Der Vorstand von Tata Steel Niederlande lehnt die Fusionspläne ebenfalls als „inakzeptabel“ ab – er fürchtet den Verlust der Selbständigkeit des Werkes in Ijmuiden und damit auch der eigenen Jobs. Der Vorstand in Ijmuiden hat für das Werk einen umfassenden Zwei-Phasen-Investitionsplan von 1,2 Milliarden Euro beschlossen - einschließlich des Baus einer vollkontinuierlichen Strangguss-Anlage für 250 Millionen Euro. Der Vorstand kündigte an, notfalls gegen die Fusion vor Gericht zu gehen.

Selbständiger Kampf ist die Losung

Darauf sollten sich die Belegschaften aber nicht verlassen. Die Fusion und damit die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze kann nur mit einem selbständigen Streik der Belegschaften von thyssenkrupp und Tata verhindert werden. Das muss auch auf den für 7.11. angekündigten außerordentlichen Belegschaftsversammlungen in allen thyssenkrupp Steel Standorten diskutiert werden.