Abmahnung

Bosch-Vertrauensmann lehnt Maulkorb ab

Lohnabbau, Pläne zur Arbeitsplatzvernichtung mit Personalabbau sorgten bei Bosch-Packaging in Waiblingen seit längerem für Unruhe im Betrieb.

Korrespondenz aus Waiblingen

2016 schließlich hielt die Geschäftsleitung 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für überflüssig. Kolleginnen und Kollegen machten sich Sorgen um ihre Zukunft und kamen nach gemeinsamer Diskussion zu der Meinung, dass diese Pläne auch an die Öffentlichkeit müssen.

Abmahnung wegen Interview

Armin Kolb, ein mutiger Vertrauensmann, griff diese kollektive Erkenntnis auf und gab der Waiblinger Kreiszeitung (WKZ) im November 2016 ein Interview. Dafür hat er prompt eine Abmahnung kassiert.

 

Bereits im Zeitungsartikel wird erwähnt: "Christin Pönisch, die Pressesprecherin von Bosch Packaging Technology, bestätigt soweit die Pläne." Trotzdem wird gegen Armin Kolb der Vorwurf konstruiert, er habe interne Informationen unbefugt und angeblich falsch an die WKZ gegeben.

Angriff auf Arbeiterrechte

Die Abmahnung ist ein Angriff auf die Rechte der Belegschaft, zu wichtigen Fragen ihre Meinung auch öffentlich zu äußern. Nach dem Motto "Halt dei Gosch, Du schaffsch beim Bosch" will die Geschäftsleitung deutlich machen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in diesem System nichts zu sagen haben - selbst wenn es um ihre elementarsten Interessen geht.

 

Leider gibt es Vertreter der IG Metall, die sich in ihrem trauten Co-Management mit der Geschäftsleitung beeinträchtigt fühlen und Armin Kolb die Solidarität verweigern. Weil dieser die Abmahnung nicht hinnehmen will, klagt er nun vor dem Arbeitsgericht; Rechtsschutz erhält er dabei vom DGB.

Verantwortungsvoll gehandelt

Armin Kolb hat als Vertrauensmann seiner Kolleginnen und Kollegen mit dem Interview verantwortungsvoll gehandelt, auch im Sinn der Jugend, die in der Zukunft Arbeits- und Ausbildungsplätze braucht. Er verdient volle Unterstützung; die braucht er in der nächsten Runde vor Gericht.