Afghanistan

Gefälschtes Foto: Tillerson war nicht in Kabul

Die US-Regierung hat mit einem gefälschten Foto und einer Pressemitteilung vorgetäuscht, US-Außenminister Rex Tillerson habe der afghanischen Hauptstadt einen Besuch abgestattet. Tatsächlich schätzten die US-Regierung und ihr Außenminister die Reise nach Kabul als zu gefährlich ein. Tillerson und Ghani trafen sich mit ihren Stäben gemäß des Bildmaterials, das ihre Büros verbreiteten, in einem fensterlosen Raum. Wer die Bilder gegenüberstellt, wird aber wie bei einem Suchrätsel erkennen, dass sie sich unterscheiden. In der afghanischen Version war plötzlich eine Uhr und ein Brandmelder von der Wand verschwunden. Grund für diese von Photoforensikern bestätigte Retuschierung dürfte sein, dass die Digitaluhr und der Brandmelder die wahre Örtlichkeit preisgegeben hätten: Eine US-Militärbasis. Laut New York Times habe das Meeting eben nicht in der Hauptstadt Kabul sondern in der US-Militärbasis Bagram stattgefunden. Während eines Besuchs des US-Verteidigungsminister James Mattis in Kabul vor einem Monat sind mehr als 50 Raketen auf und rund um den Flughafen der Stadt eingeschlagen. Für afghanische Flüchtlinge und aus Afghanistan stammende abgelehnte Asylbewerber, die nach ihrer Abschiebung ganz sicher nicht in einer US-Militärbasis untergebracht werden, wird Afghanistan zum sicheren Herkunftsland erklärt. Widerlicher kann man die reaktionäre Denkweise, es gebe Menschen erster, zweiter und dritter Klasse, nicht ausdrücken.