Lübeck

Hafenarbeiter sagen Nein zu „Sanierungskonzept“

Seit 2016 wurde zwischen der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) und ver.di über einen „Sanierungstarifvertrag“ verhandelt.

Korrespondenz aus Lübeck
Hafenarbeiter sagen Nein zu „Sanierungskonzept“
Lübecker Docker und ihre Unterstützer bei einer Demonstration durch die Hansestadt vor einigen Jahren (rf-foto)

Als Grund dafür werden angebliche Verluste von 7,9 Millionen Euro angegeben. Rreef, eine Tochter der Deutschen Bank, war vor Jahren mit 37,5 Prozent in die städtische LHG eingestiegen und verweigerte den Bau von zwei Hallen für den Papierumschlag. Deshalb wanderten zwei Großkunden aus Schweden nach Kiel ab und das war der Hauptgrund für die Verluste.

 

Kam Rreef für die Verluste auf? Nein, jetzt sollten die Hafenarbeiter die Zeche mit insgesamt 17 Millionen Euro Lohnverlusten in den nächsten fünf Jahren zahlen. Das bedeutet Lohnkürzungen bis zu 30 Prozent.

Leichtes Spiel für die LHG?

Der Vorstand der LHG glaubte leichtes Spiel zu haben. Die Fachgruppe Häfen beim Bundesvorstand von ver.di hatte im April großzügig in einem Eckpunktepapier diesen Lohnkürzungen und Entlassungen zugestimmt.

 

Und so sollte auch gleich noch eine Betriebsvereinbarung über weitere Flexibilisierungen der Arbeitszeit abgeschlossen werden. Die Geschäftsleitung wollte jedem Kollegen jeweils am Vortag sagen, wann und wie lange er am nächsten Tag arbeiten soll – ohne Überstunden – und Wochenendzuschläge.

Hafenarbeiter sagen zu 75 Prozent Nein

Damit soll zum Beispiel den finnischen Kunden angeboten werden, dass ihre Schiffe vorzugsweise am Wochenende in Lübeck umgeschlagen werden können. Dort müssen nämlich Zuschläge von 50 Prozent und am Sonntag von 100 Prozent gezahlt werden. ver.di und Betriebsrat ordneten sich dem unter und schrieben an die Kollegen am 5. Oktober: „Die Tarifkommission empfiehlt einstimmig die Annahme“ (des Sanierungstarifvertrages).

 

Sie hatten nur die Rechnung ohne die Hafenarbeiter gemacht. In einer Abstimmung bis Ende letzter Woche sagten 75 Prozent Nein. Und damit ist diese Betriebsvereinbarung erst einmal gescheitert. Die Lübecker Hafenarbeiter handeln damit auch im Sinne ihrer Kolleginnen und Kollegen in anderen deutschen und skandinavischen Häfen, denn solche Beispiele machen schnell Schule. Die Solidarität anderer Hafenarbeiter haben sie verdient.