Betrügerischer Bankrott

Gericht lässt mehrere Anklagepunkte gegen Schlecker fallen

Der Bankrottprozess gegen Anton Schlecker geht in die Endrunde. Er sieht sich mit deutlich weniger Vorwürfen konfrontiert als ursprünglich erwartet. Nach Zustimmung der Staatsanwälte ließ der Richter Roderich Martis eine ganze Liste von Anklagepunkten gegen Schlecker und seine Kinder Lars und Meike fallen. Das deutet auf ein milderes Urteil hin als die maximal möglichen fünf bis zehn Jahre Haft. Schon in den 1990er Jahren wurden Schlecker und seine Frau zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt, weil sie Hunderte Mitarbeiter jahrelang unter Tarif bezahlt hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft Schlecker unter anderem vorsätzlichen Bankrott vor. Laut Anklageschrift hat er von 2010 bis zur Pleite im Januar 2012 mehr als 25 Millionen Euro aus der Firma gezogen, obwohl er von der drohenden Zahlungsunfähigkeit wusste.