UN-Klimagipfel

Vielfältiger Protest - kämpferische Richtung in der Umweltbewegung stärken!

Die Folgen der sich beschleunigenden Entwicklung in eine globale Klimakatastrophe mehren sich.

Von hs/cvp
Vielfältiger Protest - kämpferische Richtung in der Umweltbewegung stärken!
Arbeiter- und Umweltbewegung Hand in Hand für die Einheit von Mensch und Natur, wie hier im letzten Jahr in Bottrop (rf-foto)

Wirbelstürme in der Karibik und auch über Norddeutschland, eine nicht mehr zu leugnende Erwärmung sowie Versauerung der Meere mit einem dramatischen Korallen-Sterben, Extremwetterlagen mit Dürren und Waldbränden wie gegenwärtig in Portugal oder sintflutartige Regengüsse mit Überschwemmungen ... an dieser Entwicklung haben die bisherigen 22 Weltklimakonferenzen nichts geändert.

Auf zum Weltklimaaktionstag zum 11. November nach Bonn
Auf zum Weltklimaaktionstag zum 11. November nach Bonn

In Kürze

  • Vielfältigste Aktivitäten zur UN-Klimakonferenz in Bonn, aber auch unterschiedliche Richtungen
  • Breites Bündnis unter dem Motto „Unsere Umwelt – Unsere Zukunft – Unser Widerstand!“
  • Die Demo am 11. November repräsentiert die kämpferische Richtung in der Umweltbewegung und die Einheit mit der Arbeiterbewegung

Immer mehr Menschen machen sich große Sorgen. Es wächst das Bewusstsein und die Bereitschaft, dass ein wirksamer und konsequenter Klimaschutz erkämpft werden muss. Allen voran gegen die offen reaktionäre Politik wie von US-Präsident Donald Trump, erkämpfte Umweltschutzmaßnahmen abzubauen.

 

Zur kommenden UN-Klimakonferenz vom 6. bis 17. November in Bonn werden daher vielfältigste Protestaktionen und Aktivitäten vorbereitet. Dabei entfaltet sich auch eine tiefgehende Auseinandersetzung, welche Richtung dieser Protest zur Rettung des Weltklimas einschlagen muss.

Breites Bündnis zur Großdemonstration am 11. November

Seit einem halben Jahr wird von einem breiten Bündnis eine Großdemonstration zum Weltklima-Aktionstag am 11. November um 12.30 Uhr auf dem Münsterplatz vorbereitet, unter dem Motto „Unsere Umwelt – Unsere Zukunft – Unser Widerstand!“ (siehe www.demo-klimakonferenz.de)

 

Daran beteiligen sich (in alphabetischer Reihenfolge): AKAB-Antikapitalistische Aktion Bonn; BJB-Bonner Jugend-Bewegung; Bundesweite Montagsdemo; CBG-Coordination gegen BAYER-Gefahren; COURAGE-Frauenverband; IB-Internationalistisches Bündnis; Initiative ökologischer Wiederaufbau Kobanê/Rojava; LF-Linkes Forum; MLPD-Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands; REBELL-Jugendverband; UG-Umweltgewerkschaft; VER.DI-Jugend NRW-Süd.

 

In einer Pressemitteilung führt Sprecherin Carlotta Grohmann am 24. Oktober aus: „Viele Menschen nehmen den Pariser Klimavertrag als zwar unzureichenden, aber immerhin richtigen Schritt wahr. Es ist jedoch gar kein verpflichtender Vertrag, sondern eine völlig unverbindliche Absichtserklärung. Keine der G20-Regierungen hat wirklich die Absicht, die lukrativen Öl-Kohle-Erdgas-Industrien in ihren Profiten beschneiden zu wollen. … Das Bündnis will deshalb protestieren gegen die Verschleppung und Verhinderung ernsthafter Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz.“

Weitere Demo am 4. November

Bis zum September waren in der Öffentlichkeit für das Wochenende vorher am 4./5. November nur einzelne Aktivitäten, insbesondere der Bewegung Ende-Gelände im Rheinischen Braunkohlerevier, angekündigt.

 

Nun wird von verschiedenen größeren Umweltorganisationen und Nichtregierungsorganisationen wie BUND, Greenpeace, Campact, WWF, Misereor, usw. am 4. November zu einer Demonstration unter dem Motto „Klima schützen – Kohle stoppen!“ aufgerufen. Die Forderung nach Stopp der Kohleverbrennung ist auf jeden Fall unverzichtbarer Bestandteil im Klimaprotest.

 

Aber der Klimaschutz entscheidet sich eben nicht nur alleine an einem „Kohleausstieg“, wie der Aufruf fordert. Bezeichnenderweise verzichtet er gleichzeitig auf die Forderung, dass die gesamte Verbrennung fossiler Energieträger radikal reduziert und gestoppt werden muss.

Pariser Klimaabkommen ein "Aufbruch"?

Diese Reduzierung auf die Kohlefrage steht ganz im Zeichen der Orientierung auf das Pariser Klimaabkommen, was im Aufruf als „Aufbruch“ und „Hoffnung“ bezeichnet wird. Dieses Abkommen erweist sich aber spätestens mit den Beschlüssen des G20-Gipfels in Hamburg als Betrug. Denn ausdrücklich wird ein Freifahrtschein für die Verbrennung scheinbar „sauberer“ fossiler Energieträger ausgestellt und damit für Fracking, Gaskraftwerke und sogar Atomkraft als angebliche „Brückentechnologien“.

 

Offensichtlich soll damit nach der Bundestagswahl auch den Grünen in einer künftigen Jamaika-Koalition der Rücken gestärkt werden, wenn der BUND schreibt: „Mit unserem bunten und friedlichen Protest drängen wir die neu gewählte Bundesregierung, den Pariser Klimavertrag konsequent umzusetzen“.

Das Bündnis will ... protestieren gegen die Verschleppung und Verhinderung ernsthafter Sofortmaßnahmen

Carlotta Grohmann, Sprecherin des Bündnisses zur Großdemo am 11. November

Ein weitere Demonstration am 11. November ist Ergebnis davon, dass die gemeinsame Aktionseinheit bereits Ende Juli von Werner Rätz (Attac) und Martin Behrsing (Erwerbslosenforum Bonn) gespalten wurde. Martin Behrsing verschickte im Namen der Aktionseinheit einen Aufruf, der die bisher vereinheitlichte kritische Positionierung zum Pariser Klimaabkommen über den Haufen warf.

Absage an antikommunistische Ausgrenzungsversuche

In einem am 8. September 2017 geführten Telefon-Interview mit Martin Behrsing offenbarte dieser seine antikommunistischen Motive. Auf die Frage, ob es nicht notwendig sei, für die gemeinsamen Interessen unterschiedliche Meinungen zurückzustellen, antwortete er: "Ne, ne, wenn die MLPD einfach sagen würde, wir machen nur mit, Punkt. Aber wenn sie meint, sie müsse da Mitspracherecht haben, was die Redner angeht, was das Aktionsbild angeht, was politische Botschaft angeht, dann sagen wir einfach Nein."

 

Gegen solche antikommunistischen Ausgrenzungsversuche entfaltete sich eine breite Auseinandersetzung. Die übergroße Mehrheit der Bündniskräfte erteilte ihnen eine klare Absage. Die konsequente Kritik daran führte dazu, dass die Organisatoren der zweiten Demo am 11. November sich bereit erklärten, bereits um 10.30 Uhr anzufangen. Das eröffnet die Möglichkeit, an beiden Aktionen an diesem Tag teilzunehmen.

Offenheit für revolutionäre Perspektive

Die Großdemonstration „Unsere Umwelt – Unsere Zukunft – Unser Widerstand!“ steht im Gegensatz zu solchen antikommunistischen Ausgrenzungsversuchen für die Offenheit für eine Gesellschaftsperspektive „die nicht von Profitwirtschaft und Umweltzerstörung, sondern von Solidarität, Umweltbewusstsein und der Einheit von Mensch und Natur geprägt ist“ (aus dem Aufruf).

 

Sie steht für die kämpferische Richtung in der Umweltbewegung, für die Kritik am Kapitalismus und ist geprägt von der engen Zusammenarbeit mit der Arbeiter- und Jugendbewegung.

Kommt am 11. November zur Demonstration auf den Münsterplatz in Bonn!