Erderwärmung

Treibhausgase auf Rekordhoch

Am 30. Oktober schlug die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf Alarm: Die Klimaerwärmung schreitet rasanter voran als je zuvor.

Von cw
Treibhausgase auf Rekordhoch
Sturmschäden (Foto: fotolia#111507175 © Kalle Kolodziej)

Nach wissenschaftlichen Analysen von Fossilien wurde festgestellt, dass eine so hohe Kohlendioxidkonzentration wie heute zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren auf der Erde bestand. Dabei war das Eis in Grönland und der Westantarktis geschmolzen und der Meeresspiegel lag dann 10 bis 20 Meter höher.

Dichte Folge extremer Wetterereignisse

Die Folgen der heutigen Entwicklung sind 2017 weltweit so deutlich wie nie zuvor sichtbar geworden: Eine dichte Folge extremer Wirbelstürme im Atlantik, Starkregenereignisse, verheerende Monsunregen mit massiven Überschwemmungen, Monsterstürme und Waldbrandkatastrophen.

 

Dabei hat der weltweite CO2-Ausstoß in den vergangenen drei Jahren praktisch gar nicht zugenommen. Aber trotzdem steigt das CO2 in der Atmosphäre. Das hat verschiedene Ursachen: die Aufnahmekapazität von CO2 durch die Weltmeere, durch Bäume und Boden stößt zunehmend an ihre natürliche Grenze. Mit der globalen Erwärmung tauen die Permafrostböden auf und dadurch entweicht zunehmend Methan in die Atmosphäre. Aus den Weltmeeren entweichen Metanhydrate. Das wärmere Wasser zerstört Korallen und Planktonbestände. Im nächsten Rote Fahne Magazin, das am 9. November erscheint, wird ein Artikel detailliert auf diese Phänomene eingehen.

"Künftige Generationen erben einen unwirtlichen Planeten!"

Der WMO-Generalsekretär Petteri Taalas warnt: „Ohne rapide Einschnitte bei CO2- und anderen Treibhausgasen steuern wir bis Ende des Jahrhunderts auf gefährliche Temperaturanstiege zu ... Künftige Generationen erben einen deutlich unwirtlicheren Planeten.“

 

Obwohl sich ein gefährlicher, sich selber beschleunigender, irreversibler Prozess klar abzeichnet, treiben die Regierungen des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals den Übergang in die globale Umweltkatastrophe weiter ungebremst voran. Ihr Handeln dient der Behauptung im internationalen Konkurrenzkampf der Monopole und Übermonopole. Für deren Maximalprofite werden die natürlichen Reichtümer rücksichtslos ausgebeutet.

Umweltschutzmaßnahmen werden rapide abgebaut

Und der Rechtsruck dieser Regierungen geht einher mit einem beschleunigten Abbau von Umweltschutzmaßnahmen, die bereits erkämpft waren. US-Präsident Donald Trump fördert massiv den Ausbau von Fracking. Bezahlte und überzeugte "Klimaskeptiker" bestimmen in seiner Regierung die Umweltpolitik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt für Dieselmotoren

Wir brauchen mehr Dieselfahrzeuge, "sonst können wir unsere CO2-Ziele nicht erreichen“, erklärte noch unlängst die „Klimakanzlerin“ Angela Merkel. Sie betreibt nicht nur eine Politik zugunsten der Maximalprofitinteressen der Automobilkonzerne: die Förderung erneuerbarer Energien wird zurückgefahren, mit den Reaktorbetreibern machte sie einen Atomdeal und der Braunkohleabbau wird ausgebaut.

Geplante Jamaika-Koalition bringt keine Kehrtwende

Auch Hoffnung in eine Verbesserung mit einer angestrebten Jamaika-Koalition ist völlig unangebracht. Marco Buschmann (FDP) fordert aktuell, den CO2-Ausstoß in Deutschland nicht zu reduzieren, billiger sei es, das in den Entwicklungsländer zu machen (FR, 28./29.10.17). Und Grünen-Chef Cem Özdemir erklärt offen, dass mit ihnen in der Frage nicht zu rechnen ist, denn mit 8,9 Prozent der Stimmen könne man „das Ziel nicht allein bestimmen“ (ebenda).

Internationale Widerstandsfront selber aufbauen

Eine notwendige internationale Widerstandsfront müssen wir selbst aufbauen auf der Grundlage des aktiven Widerstandes weltweit. Die Voraussetzungen dafür sind besser denn je. Immer mehr Menschen wird klar, dass es so nicht weitergehen kann, dass radikale Sofortmaßnahmen nötig sind.

 

Anlässlich der Weltklimakonferenz der Herrschenden in Bonn rufen Bundesweite Montagsdemo- und kämpferische Umweltbewegung zur massenhaften Teilnahme an der Großdemonstration auf in Bonn am Samstag 11.11.17 um 12.30 Uhr auf dem Münsterplatz. In ihrem Aufruf heißt es: „Wir wollen für eine Welt aufstehen, die nicht von Profitwirtschaft und Umweltzerstörung, sondern von Solidarität, Umweltbewusstsein und der Einheit von Mensch und Natur geprägt ist. Ein sofortiger Kurswechsel ist nötig!“