Tübingen

Dampf im Kessel - Klinikum-Beschäftigte streikbereit

Schon am 19. September gab es einen Protestmarsch vom Klinikum zum Holzmarkt, damals trugen die Kolleginnen und Kollegen auf Schildern die gesamten Überstunden ihrer Stationen mit- Unmassen!

Korrespondenz aus Tübingen
Dampf im Kessel - Klinikum-Beschäftigte streikbereit
Klare Worte beim Protest (rf-foto)

Gestern und heute war dann ein offizieller Warnstreik geplant und es wurde breit dafür mobilisiert. Dasselbe in Freiburg.

Einstweilige Verfügung gegen den Warnstreik

Die fünf Unikliniken in Baden-Württemberg - Anstalten des öffentlichen Rechts - traten nämlich 2004 aus der TDL (Tarifgemeinschaft der Länder) aus, weil ihnen der TVÖD zu teuer war und sie die 41-Stunden-Woche einführen wollten. Ein fünftägiger Vollstreik zwang sie zur Rücknahme der teilweise schon eingeführten 41-Stunden-Woche und erzielte wesentlich bessere Bezahlung, auch der Azubis als im TVÖD. Diese Erfahrung steckte den Klinik- Aufsichtsräten offensichtlich noch zwölf Jahre später in den Knochen.

 

Sie beantragten eine einstweilige Verfügung, den Streik als illegal erklären zu lassen. Der Gerichtstermin war gestern - am ersten geplanten Streiktag- und ver.di ließ es nicht drauf ankommen, der Streik wurde vorerst abgesagt. Darüber waren etliche Kollegen ziemlich sauer, es gab heiße Diskussionen. Immerhin ca. 200 Kolleginnen und Kollegen kamen vom Berg runter zum Holzmarkt demonstriert.

Beschäftigte machen eigene Rechnung auf

Am Mikro berichteten Kolleginnen und Kollegen von ihrem Alltag, schlugen Redeparolen vor oder machten ihre Rechnung auf: die bisherige Politik gegenüber der Pflege ist brandgefährlich: für Patienten und Pflegende. Als Hauptursache der unhaltbaren Zustände wurde die immer schärfer vorangetriebene Kommerzialisierung der Krankenhäuser, u.a. anderem mit den DRGs (Fallpauschalen) angeprangert. Zwei Kollegen vom Robert-Bosch- KH in Stuttgart riefen: „Ihr seid die Vorreiter, andere Krankenhäuser schauen auf Euch“.