Tarifrunde 2018

Einsatz der vollen Kampfkraft gefragt!

Zur gerade angelaufenen diesjährigen Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie hat die MLPD das folgende Flugblatt veröffentlicht:

Von MLPD
Einsatz der vollen Kampfkraft gefragt!
Kampfbereite Stahl- und Elektrobelegschaften (rf-foto)

Wer gedacht hatte, die diesjährige Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie laufe wie üblich als „Ritual“ ab, täuscht sich gewaltig.

 

Zentrale Frage ist neben der mehr als berechtigten 6 Prozent Lohnforderung die Arbeitszeit. Im Osten fordern Belegschaften nach 27 Jahren der Einheit Deutschlands endlich die Angleichung auf 35-Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich:

 

„Wir sind keine Arbeiter zweiter Klasse und wollen auch nicht länger als solche behandelt werden! ... Wir gehen nicht unter in unseren Niederlagen, sondern in Kämpfen, die wir nicht führen!“ Die Kampfbereitschaft und der Wunsch nach starken Gewerkschaften als Kampforganisationen wachsen.

 

In diesem oben zitierten offenen Brief stellen Kolleginnen und Kollegen aus Jena-Saalfeld auch politische Zusammenhänge her: „Die letzte Bundestagswahl hat gezeigt, was passiert, wenn Menschen sich abgehängt fühlen und kein Vertrauen mehr in die bestehenden Institutionen haben. Dieser Trend darf sich nicht in der IG Metall fortsetzen.“

 

Die Arbeitgeberverbände versuchen dreist, massive Eingriffe ins Arbeitszeitgesetz durchzusetzen. Nachdem dieser Versuch zuletzt unter Ex-Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in einer Bauchlandung endete, soll nun die Tarifrunde dafür missbraucht werden. Begriffe wie „Arbeitszeitkorridor“, „Flexibilisierungskompromiss“ oder Märchen von der „individuellen, modernen Arbeitszeitgestaltung“ lassen aufhorchen.

 

Faule „Deals“ vom IG-Metall-Vorstand mit Gesamtmetall müssen abgelehnt werden! So das Gekungel, man werde für Ost-Gebiete keine 35-Stunden-Woche fordern, wenn Gesamtmetall dem Sonderkündigungsrecht für die Manteltarifverträge zum 1. 1. 18 zustimmt. Und in einem Interview vom 23. 10. vertrat der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann: „Kollektive Arbeitszeitverkürzung, darum geht es uns auch gar nicht.“

 

Schluss mit Klassenversöhnung und Kuhhandel! Keinerlei weitere Flexibilisierung und Verlängerung der Arbeitszeit! Gut, dass mit der bundesweiten Kündigung der Manteltarifverträge diesmal bundesweit für die Verkürzung der Arbeitszeit gestreikt werden kann – dem müssen nun aber auch Taten folgen, die ganze Kampfkraft muss in die Waagschale! Für einheitliche Tarifverträge in Ost und West!

 

Wir brauchen längst eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Nicht nur die MLPD, auch namhafte Wissenschaftler fordern sie seit Jahren. Wir brauchen sie als Antwort auf Entwicklungen, wie die neue internationale Strukturkrise im Zusammenhang mit der Einführung der Elektromobilität.

 

Elektromobilität ist sinnvoll und muss nicht mit Arbeitsplatzvernichtung einhergehen. Statt Vernichtung Tausender Arbeitsplätze auch durch Fusionen, wie von thyssenkrupp mit Tata, PSA mit Opel und angesichts Flexibilisierung und Leistungsverdichtung muss die Arbeitszeit runter – von Montag bis Freitag, und zwar bei vollem Lohnausgleich und auf Kosten der Profite.

 

Rein rechnerisch könnten bis zu acht Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das ist auch ein Beitrag für die Zukunft der Jugend und zeigt, was in einer sozialistischen Gesellschaft möglich wäre, in der nicht der Profit regiert, sondern der Mensch in Einheit mit der Natur im Mittelpunkt steht.

 

In verschiedenen Betrieben brodelt es: Proteste in großen Pausenversammlungen wie bei Opel Eisenach oder Rüsselsheim, kleinere selbständige Streikaktionen bei thyssenkrupp in Duisburg: Die Tarifrunden finden in einer politisierten Auseinandersetzungen statt.

 

Hier gibt es das Flugblatt als pdf-Datei zum Herunterladen und Einsetzen!