Metalltarifrunde

„Bei Streiks sind wir Azubis dabei!“

Gestern begann die IG-Metall-Tarifrunde in Baden-Württemberg mit einer Aktion in Böblingen.

Von wb
„Bei Streiks sind wir Azubis dabei!“
Demonstrierende Kolleginnen und Kollegen in Böblingen (rf-foto)

Die MLPD wird die Metall- und Elektroarbeiterinnen und -Arbeiter wie immer mit ihrem ganzen Know-How unterstützen. Forderungen, wie die nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, und nach der Arbeitereinheit zwischen Ost und West spielen eine wichtige Rolle.

 

15. November 2017, 15.30 Uhr: An die 150 Auszubildende strömten aus der Lehrwerkstatt vom Daimler-Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim. Wir verteilen das Flugblatt der MLPD zur Tarifrunde und fragen, ob sie sich an Kampfmaßnahmen der IG Metall beteiligen werden.

Für viele keine Frage, sich an Streiks zu beteiligen

Die Jugendausbildungsvertretung (JAV) hat erst mit der Information und Mobilisierung angefangen. Deshalb waren die Forderungen in ihrer Gesamtheit noch kaum bekannt. Trotzdem ist es für viele keine Frage, sich an Streiks zu beteiligen. Dass für die Durchsetzung der Forderungen die volle Kampfkraft eingesetzt werden muss, wofür MLPD und ihr Jugendverband REBELL eintreten, leuchtete einigen „theoretisch“ ein. Denn Erfahrungen mit (Warn-)Streiks hatte keiner.

 

Das galt auch für unsere Rückfrage, ob sie auch streiken würden, wenn die Ausbildungsleitung ablehnt. Häufig läuft so etwas mit der Begründung, sie sollten sich auf die Ausbildung konzentrieren. „Dann erst recht“, meinten zwei Azubis keck. Zustimmung für unsere Position, dass zur Ausbildung Kampferfahrungen gehören und man als Arbeiter für seine Interessen kämpfen muss.

Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich gehört auf die Tagesordnung

Allerdings wirkt auch die Kapitalistenpropaganda. So wollten nicht wenige gar nicht über die Tarifrunde reden. Sie verhielten sich wie „Schüler“, die der Kampf der Arbeiter nichts angehe. In mehreren Gesprächen haben wir vertreten , dass die sich abzeichnenden härteren Auseinandersetzungen den gemeinsamen Kampf nötig machen.

 

Als angehende Automobilarbeiter verstanden viele sofort, dass mit der Einführung der Elektromobilität das Motorenwerk Untertürkheim und damit ihre Zukunft auf dem Spiel steht. Etliche stimmten uns deshalb zu, dass die Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich auf die Tagesordnung gehört.

 

„Also nicht warten, bis Ihr von der IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen werdet, sondern jetzt diskutieren, wie die volle gewerkschaftliche Kampfkraft von Jung und Alt eingesetzt werden kann!“ - verabschiedeten wir uns.

Zirka 200 Arbeiterinnen und Arbeiter zeigten ihre Kampfbereitschaft

Später zeigten zirka 200 Arbeiterinnen und Arbeiter – vor allem von Daimler - zur Eröffnung der Tarifrunde in Böblingen ihre Kampfbereitschaft. Unter anderem erklärte eine Kollegin gegenüber dem Südwestrundfunk: "Wir brauchen Arbeitsplätze für unsere Jugend. Wir brauchen Festanstellung für die Leiharbeiter. Dazu ist die Arbeitszeitverkürzung absolut der richtige Weg".

 

Ein anderer erklärte: "Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung muss durchgesetzt werden. Das ist die Antwort auf den Arbeitgeberverband und auch an die kommende Jamaika-Regierung, die die Arbeitszeit völlig freigeben will. Sie will das weit über den Acht-Stunden-Tag und die 35-Stunden-Woche hinaus tun. Deshalb bin ich hier und unterstütze die Kolleginnen und Kollegen."