Weltfrauen

Aufruf zum Tag gegen Gewalt an Frauen

Ende Oktober trafen sich die Weltkoordinatorinnen der Weltfrauenkonferenzen und die Repräsentantin des Weltfrauenmarschs Afrika. Gemeinsam erarbeiteten sie den Aufruf zum Tag gegen Gewalt an Frauen.

Weltkoordinatorinnen und Weltfrauenmarsch Afrika
Aufruf zum Tag gegen Gewalt an Frauen
Mehr als eine halbe Million Menschen demonstrierten im November 2015 in Madrid gegen Gewalt an Frauen (rf-foto)

"An diesem Tag, dem 25. November, vereinigen wir unsere Kräfte mit allen Frauen der Welt, um alle Formen der Gewalt zurückzuweisen. Der Kampf für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und vor allem Frieden ist unser Anliegen“. So beginnt der Aufruf - und geht dann rund um den Erdball:

In Westafrika sind Frauen inmitten der Kämpfe

In Westafrika sind Frauen inmitten der Kämpfe, sie sind unzählbar. Sie unterstützen nach besten Kräften die Forderungen für bessere Lebensbedingungen für alle. Als Hauptverantwortliche für das Überleben der Familien, sind Frauen besonders verwundbar, denn sie müssen auch während der Kämpfe für alles Notwendige sorgen. Sie müssen ihre Aktivitäten trotz aller Risiken danach ausrichten. Sie organisieren sich. In Kenia verlieren viele junge Menschen ihr Leben im Kampf gegen Regierungstruppen. Frauen suchen verzweifelt nach Plattformen für eine Lösung ...

Asien: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts tief verwurzelt

In Asien/Bangladesch bestimmen patriarchale Strukturen das Leben der Frauen. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist tief verwurzelt. Belästigung von Frauen ist kulturell akzeptiert, toleriert und legitimiert. Gewalt gegen Frauen ist überall. Frauen und Mädchen trifft Gewalt wegen der Aussteuer, Vergewaltigung, Säureangriffe, Stalking, sexuelle Belästigung. Allein von Januar bis September 2017 wurden 109 Vergewaltigungen bekannt ... In Indien, Westbengalen stehen seit einem Jahr Zehntausende Frauen und Männer im Widerstand gegen den Bau einer Stromtrasse und die Vernichtung der Natur durch ihr Gebiet. Polizei und Militär haben das Gebiet umzingelt, Frauen sind besonderer Gewalt ausgesetzt.

Im Mittleren Osten: Verschiedenste Formen patriarchaler Gewalt

Im Mittleren Osten sind Millionen von Frauen mit den verschiedensten Ausdrücken patriarchaler Gewalt konfrontiert. Krieg, Besatzung, Vertreibung, Verschleppung und Versklavung bestimmen das Leben der mittelöstlichen Frauen. Aber sie sehen sich nicht nur als Opfer vielseitiger Gewalt, sondern sind Vorkämpferinnen im Aufbau einer auf Demokratie, Pluralismus und Freiheit basierenden Gesellschaftsordnung, was sich vor allem in Rojava zeigt ...
Tausende palästinensische und israelische Frauen haben im September einen zweiwöchigen Friedensmarsch begonnen - mit dem Ziel, einen Krieg zu verhindern und ein Übereinkommen zu erzielen.

Frauen in Lateinamerika aktiv für Gesundheit und gegen Armut

In Lateinamerika sind Frauen aktiv für das Leben, für Gesundheit, gegen Armut und für Arbeit. Immer noch sterben viele Frauen bei der Geburt ihres Kindes aufgrund schlechter Gesundheitsversorgung. Besonders betroffen ist die indigene Bevölkerung auf dem Land ... „Ni Una Menos“ wurden zum gemeinsamen massenhaften Schrei und Protest von Frauen Lateinamerikas ...

Massenproteste in Polen und der Türkei

... Polen erlebt wiederholt Massenproteste der Frauen gegen die Regierung und eine weitere Verschärfung des Abtreibungsgesetzes. Sie fordern die Trennung von Staat und Kirche. Ebenso in Irland. Die Kampagne „Me too“ bringt die allgegenwärtige  sexualisierte Gewalt ans Tageslicht ...

... die höchsten Berge erklimmen

"Erst wenn die Berge Kurdistans, die Täler Lateinamerikas, die Wüsten und Dörfer Afrikas, die Städte Europas und die Megastädte Asiens die Stimmen der Weltfrauen erhören, dann haben die Frauen die höchste Berge erklommen ! Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen !" (Kathmanduerklärung der 2. Weltfrauenkonferenz 2016)