Metalltarifrunde

Kämpferische Aktionen zum Auftakt

Zum Auftakt der Tarifrunde haben erste kämpferische Aktionen der Belegschaften in Hamburg und in Böblingen stattgefunden, über die Rote Fahne News berichtete. Heute weitere Korrespondenzen:

Korrespondenzen aus Schweinfurt und Dortmund
Kämpferische Aktionen zum Auftakt
Dortmund: Die Belegschaften stehen in den "Startlöchern" (rf-foto)

Die Tarifkommission Bayern traf sich in Schweinfurt zu einer Verhandlungsrunde. Noch vor Ablauf der Friedenspflicht machten ca. 2.700 Metallerinnen und Metaller lautstark Druck hinter für ihre Forderungen.

Zwei Demonstrationszüge in Schweinfurt

Zwei Demonstrationszüge zogen zum Verhandlungshotel. Der aus den Schweinfurter Betrieben wurde angeführt durch die Jugend der Betriebe, der andere durch eine Trommlergruppe aus Erlangen, die die kämpferische Stimmung noch verstärkte. Delegationen aus Betrieben in Nürnberg, Bamberg, Lohr und weiteren bayerischen Städten, Delegationen der Belegschaften von Siemens, Schaeffler und Bosch/Rexroth waren vertreten.

Für die Arbeitereinheit in Ost und West

In den Diskussionen zeigte sich: Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, sich mit dem Kapitalistenverband anzulegen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Aber auch um die Angriffe, der Monopolverbände BDA¹ und BDI² und der FDP auf die Arbeitszeitregelungen, zurückzuschlagen. Es gab immer wieder Stimmen, die die IG Metall dazu aufforderten, hier auch Flagge zu zeigen, wie damals beim §116. Auch ein Thema ist die Arbeitereinheit von Ost und West.

 

Einige waren etwas enttäuscht über die Beteiligung aus den Betrieben. Es ist aber mehr die Aufforderung, es zur nächsten Runde in München zu steigern. Das Flugblatt der MLPD wurde gut genommen, auch einige Parteiprogramme wechselten den Besitzer. Einem Kritiker gab der Verteiler zu bedenken: „Wir sind halt auch da, wenn kein Wahlkampf ist“.

Wir sind streikbereit !

Ein Korrespondent aus Witten schreibt zum Tarifrundenauftakt Nordrhein-Westfalen in Dortmund: Aus mindestens zehn Städten - von Lemgo bis Hagen - kamen Betriebs-Delegationen zur Auftaktkundgebung der Metalltarifrunde NRW nach Dortmund vor das Iduna-Stadion des BVB. Begrüßt wurden die rund 400 Teilnehmer mit „Bella Ciao“, was mit großem Applaus gewürdigt wurde.

 

Knut Giesler, Verhandlungsführer der IG Metall NRW orientierte vor allem auf die gute wirtschaftliche Lage. Die Beschäftigten sollen ihren Anteil bekommen und deshalb sind die 6 Prozent begründet. Dass dazu aber die volle Kampfkraft der Belegschaften nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen, erklärte er nicht. Dabei sind die Kolleginnen und Kollegen kampfbereit.

Großer Applaus für Forderung nach Freistellung vor Prüfungstagen

Großen Applaus erhielt ein Vertreter der IG Metall-Jugend, der konkret die bezahlte Freistellung vor Prüfungstagen fordert, damit die Auszubildenden ausgeruht in die Zwischen- beziehungsweise Abschlussprüfung gehen können. Sie stehen für den gemeinsamen Kampf von Alt und Jung.

 

Den meisten Kollegen brennt - mehr noch als die Frage der Durchsetzung der 6 Prozent mehr Lohn - die Arbeitszeitverkürzung auf den Nägeln. Vor allem auch, um mehr Zeit für die Familie und die Erziehung der Kinder zu haben. Dafür sind sie da und für die Zukunft der Jugend.

Offen für die Perspektive des Sozialismus

Für viele ist logisch, dass sich nach 27 Jahren endlich wieder die Einheit von Ost und West auch in der vollständigen Angleichung der Löhne widerspiegeln muss. Die Teilnahme und Unterstützung der MLPD wird von vielen Kollegen begrüßt, fast jeder nimmt unser Flugblatt. Die Bereitschaft zur Diskussion ist groß. Schnell ist man auch bei einer gesellschaftlichen Alternative zum Kapitalismus. Einige sind offen für die Perspektive Sozialismus und neun Parteiprogramme wechselten den Besitzer.

 

Kritisiert wurde von einigen Kollegen, dass noch zu wenig zu dieser Auftaktkundgebung mobilisiert wurde, kaum etwas dazu in der Presse kam. Eins ist klar: in den Betrieben ist die Kampfbereitschaft unter den Kollegen groß oder wie es einer auf den Punkt brachte: „Das ist ausbaufähig, wir sind streikbereit“.