Frankreich

Hochgefährliche Umweltpolitik der Macron-Regierung

Die Macron-Regierung hat den landesweit bekannten Umweltaktivisten Nicolat Hulot zum Umweltminister gekürt.

Korrespondenz aus Paris

Hulot war unter den Ministern noch der beliebteste - nach dem Motto: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Doch Hulot ordnet sich dem neoliberalen Kurs der Riegerung immer wieder unter.

 

Die neueste Skandalmeldung: Hulot gab bekannt, die bereits unter Präsident Hollande gemachte Zusage, bis 2025 die Energieerzeugung in Frankreich durch Atomkraft von 75 Prozent auf 50 Prozent herabzuschrauben, sei nicht einzuhalten.

58 Atomreaktoren sind in einem "lamentablen" Zustand

Man brauche mindestens fünf bis zehn Jahre länger. Hierzu stellt die Umweltorganisation Greenpeace in einem Kommunique fest: 58 Atomreaktoren in ganz Frankreich sind in einem "lamentablen" Zustand, viele haben die „Altersgrenze“ erreicht, 37 weisen „Anomalien“ auf, 21 sind aus Sicherheitsgründen ganz abgeschaltet.

 

Der Atomkraftwerksbetreiber EDF gibt an, kostenmäßig überfordert zu sein. Ein enormes Risiko für die Bevölkerung Frankreichs und ganz Europas! Erst am 9. November kam es zu einem ernsten Zwischenfall im Kraftwerk Paluel.

Perfide Ankündigungszeit

Dass Minister Hulot ausgerechnet den Zeitpunkt der COP 23 für seine Ankündigung nutzt, ist geradezu perfide. Denn er zielt dabei auf die Unterstützung durch das Argument, Atomstrom trüge nicht zur Klimaerwärmung bei. Das genaue Gegenteil spielt sich gerade ab: Der desolate Zustand von Frankreichs Reaktoren zwingt zum Import von Energie aus dem Ausland, großteils aus Kohlekraftwerken.

 

Abschaltung aller Kernkraftwerke - sofortige Umstellung der Energieerzeugung auf 100 Prozent erneuerbare Energien!