Erdbeben

Warum sprechen deutsche Massenmedien nicht von Kurdistan?

Das Erdbeben am 14. November hat bisherigen Schätzungen zufolge bis zu 500 Menschen getötet.

Korrespondenz aus Hamburg

Die große Mehrheit davon waren Bewohner Ostkurdistans (Iran). In der autonomen Region Kurdistan im Irak wurden über Nacht bis zu 30.000 Menschen obdachlos. Bislang ist die Rede von 8.000 Verletzten auf beiden Seiten der Grenze. Vor allem Städte wie Kalar, Kirmashan, Halabja und Silêmanî (Sulaimaniyya) wurden schwer getroffen.

Die meisten Medien lassen das Leid der Kurden fast nahezu aus

Unterdessen berichten die meisten internationalen Medien von einem "Erdbeben im Irak und im Iran". Die meisten Berichte lassen das Leid der Kurden fast nahezu aus und schreiben "Nordirak" oder "Westiran". Das obwohl beide Staaten in ihren Verfassungen die Namen ihrer Provinzen als Kurdistan, Kordestan und Kermanschah anerkennen. Diese Diskriminierung der Kurden muss ein Ende finden.

 

Das Erdbeben hat vor allem Kurden getroffen. Es geschah in der autonomen Region Kurdistan im Irak und in den Provinzen Kordestan und Kermanschah im Iran. Das sind anerkannte, offizielle Regionen in beiden Ländern. Wenn man denn nicht "Irak" und "Iran" sagen will, dann muss man auch nicht "Nordirak" und "Westiran" sagen, sondern einfach die offiziellen Bezeichnungen verwenden.

Keine Anteilnahme des irakischen Premiers

Darüber hinaus hat sich der irakische Premier über seine Homepage zum Vorfall geäußert. Keine Anteilnahme, keine Entscheidung über Hilfsgüter, sondern einfach nur ein: "Der Premierminister beobachtet die Situation."

Als Truppen gut genug - mehr nicht?

Soviel zu den Kurden, die den IS bekämpft haben, Diktator Saddam Hussein bekämpft haben, Diktator Assad bekämpft haben, die Islamisten des Iran bekämpfen und so weiter. Für den Kampf sind sie gut genug, aber um mal den Namen ihrer Heimat auszusprechen, sind sie es dann doch nicht mehr.