Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Frauenpower - international und organisiert gegen Rechtsruck der Regierungen

Am heutigen 25. November gehen weltweit wieder zahlreiche Frauen auf die Straße, um selbstbewusst ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Von ffz / ms
Frauenpower - international und organisiert gegen Rechtsruck der Regierungen
Bild vom Tag gegen Gewalt an Frauen in München (rf-foto)

Durch den Rechtsruck der Regierungen in den meisten imperialistischen und neuimperialistischen Staaten, wie den USA, Russland, der faschistischen Türkei, Deutschland etc. werden Sexismus, ein überhebliches und reaktionäres Frauenbild und die Toleranz von Gewalt an Frauen weiter gefördert bzw. auf die Spitze getrieben.

Flaggenhissaktion an der Horster Mitte 2017 (rf-foto)
Flaggenhissaktion an der Horster Mitte 2017 (rf-foto)

In Kürze

  • Rechtsruck der imperialistischen Regierung fördert Gewalt an Frauen
  • Das Frauenbewusstsein wächst und ist auf dem Vormarsch
  • Erste Aktionen schon am 24. November

So setzt sich in Deutschland die ultrareaktionäre, faschistoide AfD für die Rückkehr der Frau an den Herd ein und fordert ernsthaft ihre Mutterschaft für ein „wachsendes eigenes Volk“. Die Folgen dieser Politik sind unter anderem die zunehmende Repression gegen kämpferische und revolutionäre Frauen bis hin zu Körperverletzung und Morddrohungen.

Gewalt an Frauen hat viele Gesichter

Die deutsche Marxistin-Leninistin Monika Gärtner-Engel, ICOR-Hauptkoordinatorin und Repräsentantin der internationalen kämpferischen Frauenbewegung, wurde mit dem Tode bedroht. Gegen die Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion der Linkspartei, Sevim Dagdelen, gab es im Internet üble sexistische Beschimpfungen für ihre mutige Aktion, im Bundestag eine Fahne der kurdischen Volksverteidigungseinheiten aus Rojava zu zeigen. 

 

Die Gewalt an Frauen hat auch in Deutschland viele Gesichter. Neben häuslicher Gewalt gehört dazu auch sexistische Diskriminierung, Mobbing in den Betrieben und nicht zuletzt die aktuell zunehmende massenhafte Arbeitsplatzvernichtung gerade in Konzernen und Branchen mit vielen weiblichen Beschäftigten wie bei Air Berlin oder Siemens.

Wachsendes kämpferisches Frauenbewusstsein auf dem Vormarsch

Doch dem steht ein wachsendes kämpferisches Frauenbewusstsein gegenüber. Dafür steht die große Zahl aktiver Gewerkschaftsfrauen in den Großbetrieben, im Erziehungs- und Reinigungswesen, im Transportwesen, Handel oder bei Banken und Versicherungen - die in gewerkschaftlichen Streiks oft vorne dran stehen.

 

Dazu gehört eine zunehmende Breite der Bewegung gegen Gewalt an Frauen - wie sie unter anderem in der #MeToo-Bewegung oder der Bewegungen "Ni una menos" und "Ni una mas" in Lateinamerika zum Ausdruck kommt, aber auch der kämpferischen Frauenbewegung insgesamt.

 

Dazu gehört insbesondere die Bewegung der Weltfrauen, die mit mittlerweile zwei erfolgreich stattgefundenen Weltfrauenkonferenzen dafür sorgt, dass die Frauen dieser Erde sich mehr und mehr miteinander verbinden. Dafür steht auch die MLPD, in der die Frauen lernen, dass Gewalt an Frauen im Kapitalismus systemimmanent ist und deshalb der Kampf für die Befreiung der Frau eng mit dem Kampf für die Zukunft aller Ausgebeuteten und Unterdrückten, den Sozialismus, verbunden sein muss.

Flaggenhissen in Gelsenkirchen

Schon im Vorfeld des Tages fanden Aktionen statt. So die jährliche Flaggenhissaktion von Terre des Femmes in vielen Städten Deutschlands. In Gelsenkirchen findet diese Fahne seit Jahren ihren Platz am Dienstleistungszentrum Horster Mitte. Vertreterinnen des Frauenverbands Courage und der MLPD begrüßten herzlich die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Im Namen der frauenpolitischen Sprecherin der MLPD, Martina Stalleicken, betonte eine Sprecherin, dass die Befreiung der Frau und die Abschaffung von Ausbeutung und Unterdrückung zwei Seiten einer Medaille sind. „Nur eine sozialistische Gesellschaft kann die wesentlichen Bedingungen der Abschaffung von Gewalt an Frauen garantieren: wie finanzielle Unabhängigkeit, rechtliche und tatsächliche gesellschaftliche Gleichstellung, Verbot von Sexismus und Gewalt, sowie gesellschaftliches Umdenken über die Rolle der Frau durch intensive Erziehungsarbeit.“

Vielfältige Aktionen


Die heutigen Aktionen waren lebendig und kämpferisch. Schon gestern schauten sich ca. 20 Frauen auf Einladung des Frauenverbands Courage in Waiblingen gemeinsam einen Film über Leben und Kampf der Schwestern Mirabal an, deren Ermordung Ausgangspunkt des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen wurde.

 

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten gestern vor dem Oberlandesgericht in München ihre Solidarität mit den angeklagten Revolutionärinnen und Revolutionären der TKP/ML zum Ausdruck, insbesondere mit der Genossin Banu Büyükavci.

 

Knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer protestierten mit einer Kundgebung und kurzen Demonstration in Gelsenkirchen gegen die vielfältigen Formen von Gewalt an Frauen und stellten sich in eine Reihe mit den Kämpfen von Frauen weltweit. In vielen anderen Städten gab es weitere Aktionen.