Opel Eisenach

Soll so die Zukunft des Werks aussehen?

Am 9. November wurde in der Eisenacher Presse groß verkündet: „Zukunft für das Eisenacher Opelwerk“.

Korrespondenz aus Eisenach

Es gäbe angeblich keine Werksschließung und keine betriebsbedingten Kündigungen. Keine Rede mehr vom Opel Mokka, der vor gerade elf Monaten als neues Modell verkündet wurde, dessen Entwicklung aber inzwischen eingestellt wurde.

 

Keine betriebsbedingten Kündigungen? Es haben doch schon etwa 80 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten – Kollegen von Werksvertragsfirmen, die mehrere Produktionsbereiche im Opel-Werk betrieben haben. Diese Aufträge wurden jetzt von Opel gekündigt.

 

Das verlagert die Arbeitsplatzvernichtung aber nur von Opel zu anderen Firmen, die Arbeitsplätze sind trotzdem weg. Dazu kommen über 200 Opelaner, die in Altersteilzeit gehen sollen. Alles in allem eine massive Arbeitsplatzvernichtung!

Bereits jetzt viel Kurzarbeit

Das Eisenacher Werk hat im Dreischichtbetrieb eine Kapazität von 180.000 Autos pro Jahr – für das kommende Jahr sieht die Produktionsplanung weniger als 75.000 Autos vor. Das ist kaum mehr als eine Schicht! Bereits jetzt gibt es viel Kurzarbeit. Vor allem junge Kollegen werden massiv unter Druck gesetzt, nach Rüsselsheim oder Frankreich zu wechseln.

 

Die Reformisten in der Betriebsratsspitze sind nach dem Aus für den Mokka in der Defensive. Sie versuchen im Vorfeld der Betriebsratswahlen im Frühjahr auf Zeit zu spielen und Hoffnung auf ein neues Modell zu verbreiten. Davon ist aber bisher weder klar, was das für ein Modell sein soll, noch in welchen Stückzahlen es gebaut werden soll!

 

Gleichzeitig wird hintenrum antikommunistisch gehetzt - bis hin zu Ausschlussforderungen gegen klassenkämpferische Kräfte. Kämpferische Kolleginnen und Kollegen wurden von rechten Betriebsräten eingeschüchtert.

Selbständige Pausenversammlungen

Hintergrund dieser Hetze sind auch drei selbständige Pausenversammlungen in den letzten Wochen, die letzte am 8. November. Viele Kollegen – vor allem die, die schon länger im Werk sind – glauben den Aussagen der Reformisten, „man müsse abwarten und verhandeln, es wäre ja noch nichts klar“ nicht mehr. In Bochum war es immer zu früh zum kämpfen, bis es auf einmal zu spät war!

 

Daraus müssen die Lehren gezogen werden. Einige Kollegen haben sich in der Geburtstagskasse „Wir bleiben Autobauer in Eisenach!“ zusammengeschlossen. Insgesamt über 100 Kollegen haben – teilweise auch gegen Einschüchterung von Vorgesetzten oder auch Reformisten – an den Pausenversammlungen teilgenommen.

Den Kampf um jeden Arbeitsplatz aufnehmen

Nicht zuletzt haben auch geschätzt mindestens 100 Opelaner Fritz Hofmann, den Direktkandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD, gewählt. Das weist die richtige Richtung: die Kollegen müssen sich zusammenschließen und den Kampf für jeden Arbeitsplatz aufnehmen, gemeinsam mit den Kollegen der anderen Werke bei Opel und PSA. Dabei steht die MLPD mit ihrem Know-How immer an der Seite der Kollegen.