Nürnberg

Protest gegen Abschiebung armenischer Familie

Gestern protestierten ca. 30 Unterstützerinnen und Unterstützer einer armenischen Familie gegen ihre drohende Abschiebung.

Korrespondenz aus Nürnberg

Die Mutter wurde zu einer „Rückreiseberatung“ ins BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Mittelfranken) geladen. Sie betreut ihren 18-jährigen Sohn, der an Epilepsie erkrankt ist, und in der Heimat nur unzureichend medizinisch versorgt war.

Attest wird immer weniger beachtet

Der Rechtsanwalt Uli Schönweiß, der beide vertritt, hatte bereits zwei Eilanträge gestellt, um die Abschiebung zu verhindern. Doch die Bestimmungen seien in den vergangenen Monaten drastisch verschärft worden, kritisiert er. Für den Jungen gibt es ein ärztliches Attest, dass er eine gute medizinische Versorgung benötigt.

Abschiebung trotz Krankheit

Erst im Oktober sei eine kranke Georgierin vor den Augen ihrer Betreuerin in Abschiebehaft genommen worden. Ein behinderter Schüler sei ohne seine Eltern nach Griechenland transportiert worden. Immer mehr solcher Fälle werden in Bayern bekannt. Diese Praxis der Behörden findet Ulrich Schönweiß zynisch. Er will sich weiter für die Familie einsetzen. Der Sohn hätte heute eine Anhörung gehabt, diese wurde auf den 8. Dezember verschoben.

 

Der Unterstützerkreis will wieder eine Protestaktion durchführen, damit solche menschenverachtenden Praktiken an die Öffentlichkeit kommen, um die weiteren Abschiebungen zu verhindern.