Berlin

Air-Berlin-Beschäftigte demonstrieren vor dem Kanzleramt

Am 23. November zogen über 1.000 Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin in einer Demonstration zum Kanzleramt.

Von gp

Sie waren mit Bussen aus ganz Deutschland angereist, zum Teil mit ihren Familien. Auf vielen selbstgemalten Transparenten und Schildern machten sie ihrer Wut über Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann und Bundeskanzlerin Angela Merkel Luft.

 

„Was hier passiert, ist ein Skandal ohne Anstand und Moral“, hieß es auf Plakaten. Lufthansa hat den Großteil der Flugzeuge und Landerechte gekauft und will 3.000 Beschäftigte übernehmen, Easyjet 1.000. Lufthansa verweigert aber wie Easyjet die Betriebsübernahme der Beschäftigten nach § 613a des bürgerlichen Gesetzbuches, der den Beschäftigten die gleichen Arbeits- und Tarifbedingungen wie bei Air Berlin für ein Jahr garantiert.

 

3.500 Air-Berlin-Beschäftigte sind freigestellt und bekommen kein Geld. Die zum Teil verzweifelte Situation vieler Kolleginnen und Kollegen schildert Stefanie Weyland, eine der Organisatorinnen der Demonstration: „Familien wissen nicht, wie sie ihre Miete und ihr Essen bezahlen sollen – und das kurz vor Weihnachten!"

 

Vor dem Kanzleramt richtet sich die Wut besonders auf Bundeskanzlerin Merkel und die Bundesregierung. „Von dem Kredit der Regierung über 150 Millionen Euro an Air Berlin hat letztlich nur die Lufthansa profitiert – unser Schicksal hat die Regierung einen Dreck interessiert" - so eine Kollegin, die ein Schild trägt „Tarifflucht sponsored by Merkel“.

 

Angriffe wie den auf die Air-Berlin-Belegschaft planen die Monopole auch gegen andere Kolleginnen und Kollegen. Die MLPD hatte sich von Anfang an mit den Air-Berlin-Beschäftigten solidarisch erklärt und die skandalösen Arbeitsplatzvernichtungspläne attackiert.