Metalltarifrunde

Angleichung Ost-West ist längst überfällig

Die Angleichung der Löhne und Gehälter sowie der Arbeitszeit zwischen Ost- und Westdeutschland ist eine zentrale Forderung der laufenden Tarifrunde.

Von gp

In einem offenen Brief an die Bezirksleitung Mitte der IG Metall schrieben die Mitglieder des Tarifpolitischen Arbeitskreises aus Jena-Saalfeld Anfang November:

 

„Die Kollegen in den Betrieben empfinden es als schwerwiegende Ungerechtigkeit, 27 Jahre nach der Einheit Deutschlands beim Thema Arbeitszeit immer noch schlechter gestellt zu sein, als die Kollegen in den alten Bundesländern ...

 

Die Rufe in den Betrieben nach der 35-Stunden-Woche werden immer lauter und wir als IG Metall müssen ein klares Zeichen setzen, dass wir willens sind, der Forderung der Kollegen nachzukommen. Solidarität heißt Gemeinschaft, so sind wir bereit, gemeinsam für unsere Forderung zu kämpfen ...“. (Gesamter Text des offenen Briefes)

 

Die Durchsetzung der Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland muss gemeinsam in der Tarifrunde durchgesetzt werden. Im Gegensatz dazu steht der Bericht eines Kollegen aus Süddeutschland. Er berichtete der Roten Fahne, dass führende IG-Metall-Funktionäre behaupten, dass die Ostverwaltungsstellen der IG Metall angeblich „gar keinen Tarifkampf um die Arbeitszeitverkürzung wollen, weil sie sich noch die Wunden von damals lecken“ würden.

 

Gemeint ist der Tarifstreik in Ostdeutschland 2003 um die 35-Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich. Dieser Streik wurde trotz großer Kampfbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen vom damaligen Vorsitzenden Klaus Zwickel ergebnislos abgebrochen. Rechte Betriebsräte wie der Gesamt-Betriebsratsvorsitzende von Opel, Klaus Franz, waren öffentlich den Kolleginnen und Kollegen in den Rücken gefallen und hatten den Abbruch des Streiks gefordert.

 

Dieses schändliche Spiel der Spaltung darf sich nicht wiederholen!