Atomkraft

Jeden Freitag Proteste gegen AKW in Tokio

Am 10. November gab es die Gelegenheit, aus erster Hand mehr über die Situation in Japan und die Protestbewegung gegen Atomkraftwerke und die ultrareaktionäre Regierung von Shinzō Abe zu erfahren.

Korrespondenz aus Mülheim an der Ruhr

Die Gruppe des Frauenverbands Courage aus Mülheim-Oberhausen hatte Toshiya Morita zu einer Gesprächsrunde in Oberhausen eingeladen. Toshiya Morita ist freier Journalist und seit der Atomkatastrophe in Fukushima Berater für Strahlenschutz und Katastrophenmanagement.

Die Reaktorkatastrophe am AKW in Fukushima ist immer noch nicht unter Kontrolle

Toshiya Morita

Die Situation in Fukushima stand im Mittelpunkt: „Die Reaktorkatastrophe am AKW in Fukushima ist immer noch nicht unter Kontrolle. Ende 2011 deklarierte die japanische Regierung das Ende der Sicherungsmaßnahmen, aber das ist eine glatte Lüge. Die Reaktoren 1 bis 3 sind so hoch radioaktiv verstrahlt, dass kein Mensch an sie heran kann. Das heißt, niemand weiß, wo und wie weit die Reaktoren beschädigt sind ..."

Anti-Akw-Proteste halten an

Überrascht und erfreut waren die Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer über die Proteste dagegen: „Seit Fukushima finden in ganz Japan zahlreiche Demos statt. Menschen, die bis dahin nie an einer Demo teilgenommen oder sich für Politik interessiert hatten, gingen und gehen massenhaft auf die Straße. Besonders die Demos in Tokio, die seit 2012 jeden Freitag vor der Residenz des Premierministers stattfinden, bekamen immer mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer, und zur Spitzenzeit haben über 200.000 Menschen daran teilgenommen …".