Im Zug

Kölner Karneval, der Klimagipfel und der Tschadsee

Rückfahrt mit dem Zug von der Demo in Bonn "Unsere Umwelt, unsere Zukunft, unser Widerstand".

Korrespondenz aus Solingen
Kölner Karneval, der Klimagipfel und der Tschadsee
Auch nach der Demo intensive Gespräche über die Herausforderungen an die Umweltbewegung (rf-foto)

Mittendrin wir Demo-Rückkehrer - und neben mir drei Afrikaner mit tiefschwarzer Hautfarbe. Sie werden von den Karnevalististen liebevoll-aufdringlich bedrängt, doch auch mitzutrinken. Sie lehnen ab, lachen mit und sind auch etwas irritiert.

 

Einer trägt ein Namensschild. Ich frage ihn, ob er Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Bonn sei. Er bejaht und erzählt, dass er als Delegierter einer NGO teilnimmt. Ich berichte, dass wir gerade von einer Demo dagegen kämen. Er: Warum? Ich: Da sitzen die Reichen und Mächtigen und belügen die Weltöffentlichkeit, ändern aber nichts an der drohenden Umweltkatastrophe. Darum müssen wir selber aktiv werden.

 

Er: Da haben Sie sehr recht. Es wird viel geredet und nichts wirklich geändert. Vor allem Afrika wird von den reichen Staaten völlig ignoriert. Ich komme aus dem Tschad. Dort ist der ehemals riesige Tschadsee (früher ca. so groß wie das Bundesland Hessen; d.Red) inzwischen fast völlig verschwunden. Eine Katastrophe für die Menschen dort und für die Wirtschaft des Landes.

 

Ich: Meiner Meinung nach - ich bin Marxist-Leninist - muss eine internationale sozialistische Revolution das weltweit allein herrschende Finanzkapital stürzen und sozialistische Verhältnisse errichten. Dafür müssen wir die Kräfte sammeln. Nur dann kann die Umweltkatastrophe abgewendet werden.

 

Er ist sehr interessiert. Wir tauschen die Adressen aus. Ein weiteres Treffen hat leider nicht mehr geklappt. Aber die Resolution der ICOR zur Weltklimakonferenz, eine Werbung für das Parteiprogramm der MLPD und für das Buch „Katastrophenalarm!" - jeweils auf französisch - sind inzwischen am Tschadsee gelandet.