Pressekonferenz

Bonner ver.di-Jugend: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"

Julia Kaufmann und Nils Jansen von der ver.di-Jugend Bonn-Süd berichteten gestern auf einer Pressekonferenz über die Hausdurchsuchungen, die am Dienstag früh auch in Bonn stattfanden.

Von ms
Bonner ver.di-Jugend: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"
Nils Jansen und Julia Kaufmann bei der Pressekonferenz (Screenshot Rote Fahne TV)

Beide sind auch Sprecher der Initiative "Grundrechte verteidigen" und wurden zusammen mit 13 anderen Gewerkschaftern der Bonner ver.di-Jugend wegen ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen den G20-Gipfel im Hamburger Stadtteil Rondenbarg in U-Haft genommen worden. 

Polizei kann keine Straftat vorwerfen

Nils Jansen: "Ohne Vorwarnung prügelte die Polizei damals auf die Demonstranten ein. Sie können uns bis heute keine einzige Straftat vorwerfen. Nur, dass wir an dieser Demonstration teilgenommen haben. Die aktuellen Hausdurchsuchungen sind ein Versuch, aus ihrer Defensive herauszukommen."

 

Mit welch üblen Methoden die G20-Gegner eingeschüchtert und erniedrigt werden sollen, schilderte Julia Kaufmann. Sie stand gestern früh noch unter der Dusche, als jemand rief: "Hier ist die Polizei, kommen sie raus!" Noch mit Schampoo in den Haaren stand sie plötzlich zahlreichen Polizisten gegenüber, die ihre Wohnungstür aufgebrochen hatten.

Zimmer der zwölfjährigen Schwester durchsucht

Sie stellten dreieinhalb Stunden lang alles auf den Kopf. Jedes Buch wurde durchgeblättert, Blumentöpfe umgeleert. Kleidung, private Dinge - alles durchfilzt. Nicht mal ihren Rechtsanwalt durfte sie anrufen. Den verständigte die Polizei erst, nachdem sie ihre Handy-PIN herausrückte.

 

Später erfuhr sie, dass auch die Wohnung ihres Vaters aufgebrochen worden war, um das Zimmer ihrer zwölfjährigen Schwester zu durchsuchen. Doch sie bleibt dabei: "Wir lassen uns nicht einschüchtern." Nils Jansen berichtet von "super Solidarität" seiner ver.di-Kolleginnen und -Kollegen.

Protestaktion am 9. Dezember in Bonn

In Hamburg und Göttingen habe es bereits spontane Protestaktionen gegeben. "Wir holen das am kommenden Samstag nach." Um 14 Uhr geht es los. Sammelpunkt ist der Bonner Friedensplatz an der Ecke zur Sternstraße.