Erpressung

Wut und Widerstand bei Caterpillar

Nach Jahren der Kurzarbeit und Entlassungen besteht für die Werke in Lünen und Wuppertal nun für 2018 wieder Vollauslastung. Wer dachte, dass die Belegschaft nun Ruhe hat, irrte sich.

Korrespondenz aus Lünen
Wut und Widerstand bei Caterpillar
Bei Caterpillar boomt es und die Kolleginnen und Kollegen in Lünen und Wuppertal sollen auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten (foto: Lidingo (CC BY-SA 3.0 unported))

Die Geschäftsführung informierte die Kolleginnen und Kollegen an Nikolaus während einer Info-Veranstaltung, dass sie unter anderem auf das Weihnachts- und Urlaubsgeld für 2018 verzichten und Neueinstellungen nur noch zu geringerem Lohn erfolgen sollen.

Drei "Schein"-Optionen

Viele Kolleginnen und Kollegen machten in Redebeiträgen ihrer Wut Luft. Sie griffen an, dass bei über einer Milliarde US-Dollar Reingewinn des Gesamtkonzerns alleine im dritten Quartal 2017 die Belegschaft nun auf 6 Millionen Euro verzichten soll.

 

Da die Geschäftsführung die Kolleginnen und Kollegen nicht überzeugen konnte, versuchte sie es mit offener Erpressung. Es gäbe drei Optionen: 1. Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld; 2. Stattdessen betriebsbedingte Kündigungen; oder 3. Nichts tun - dann würde das Werk 2019 per Befehl aus Amerika geschlossen. Als ob Verzicht jemals ein Werk gerettet hätte!

Von den Opelanern gelernt

Kolleginnen und Kollegen brachten ihre Erfahrungen von Opel und anderen Betrieben ein. Wenn ein Werk geschlossen werden soll, dann beschließen die das erst recht nach Verzicht.

 

Stattdessen wurde die unbefristete Übernahme der Azubis gefordert, die bisher erneut direkt nach der Lehre rausfliegen sollen. Das stieß auf große Sympathie.

Nicht zum Verzicht bereit

Die Geschäftsführung wurde damit verabschiedet, dass sie mit dem Weihnachts- und Urlaubsgeld der Kolleginnen und Kollegen gar nicht zu rechnen braucht. Die Belegschaft ist nicht zum Verzicht bereit.