thyssenkrupp

Klärungsprozess bei Betriebsversammlungen fortgesetzt

Als die Kolleginnen und Kollegen zur Halle kamen, war klar: Kaum ein Kollege erwartete von der Betriebsversammlung, dass er dort etwas Neues erfahren würde.

Korrespondenz aus Duisburg
Klärungsprozess bei Betriebsversammlungen fortgesetzt
Auch die Stahl-Azubis wollen für ihre Zukunft kämpfen (rf-foto)

Statt die beim Aktionstag in Andernach sehr begrüßte Ankündigung „Wir sind kampfbereit“ in die Tat umzusetzen, gab es von IG-Metall-Vertretern, Betriebsratspitze und Vorstand stundenlange ermüdende Reden und Ausführungen.

Alle Arbeitsgruppen ohne Ergebnis

Cevian Capital, Investmentkonzern und Großaktionär, fordert von Chef Heinrich Hiesinger, den Konzern zu zerschlagen, um die Sparten maximalprofitbringend zu vermarkten. Danach soll die Stahlsparte von thyssenkrupp völlig abgetrennt werden. Das wird vom Vorstand ausgeschlachtet, um die Fusion mit Tata als „kleineres Übel“ zu verkaufen – als ob unser Wohl und Wehe davon abhinge, wie thyssenkrupp am besten Gewinne macht.

 

Die Betriebsratsspitze kündigte ein Ultimatum bis zum 22. Dezember an, wenn thyssenkrupp in der gemeinsamen Arbeitsgruppe von Betriebsrat und Vorstand nicht darlege, was eine Fusion für die deutschen Standorte und ihre Beschäftigten bedeute. Bisher blieben alle Arbeitsgruppen ohne konkretes Ergebnis. Dieses Ultimatum gilt es dann allerdings auch beim Wort zu nehmen - in Verbindung mit der Vorbereitung entschlossener Schritte.

Kolleginnen und Kollegen gegen Fusion

Von den Kollegen, die bei der Versammlung sprachen, nahmen bis auf einen alle eindeutig gegen die Fusion und ihre Auswirkungen Stellung. Auf großen Beifall stieß ein Beitrag des Vorsitzenden der Jugend- und Auszubildendenvertretung gemeinsam mit ca. 90 Azubis, die mit kurzen Statements die unbefristete Übernahme forderten.

 

In den weiteren Auseinandersetzungen ist zu klären, dass die Belegschaft selbst initiativ werden muss, um einen breiten und wirkungsvollen Kampf vorzubereiten.

 

Dazu muss innerhalb der IG Metall die kämpferische Richtung weiter gefördert und ausgebaut werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist gerade die Stärkung der MLPD-Betriebsgruppen.