USA

VW-Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen Konzern

VW-Manager Oliver Schmidt ist von einem US-Gericht wegen „Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze“ zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 400.000 Dollar verurteilt worden.

Von gp

Oliver Schmidt war von 2012 bis 2015 Leiter der VW-Umweltzertifizierungsstelle in Michigan und damit für den Kontakt zu den US-Umweltbehörden zuständig.

"Ich fühle mich von VW missbraucht"

Interne Unterlagen und E-Mails haben gezeigt, dass er von der Manipulation der Diesel-Abgasanlagen in den VW-Fahrzeugen wusste und versucht hatte, die US-Behörden hinters Licht zu führen. Nachdem er zunächst seine Unschuld beteuerte, bekannte er sich im August in einem Brief für schuldig, die Behörden betrogen und gegen das Luftreinhaltungsgesetz verstoßen zu haben.

 

Letzte Woche schrieb er an den Richter, entschuldigte sich für seine Tat und machte VW schwere Vorwürfe. "Ich fühle mich von meiner eigenen Firma missbraucht", heißt es in dem Brief. Bei einem Treffen mit der Umweltbehörde habe ihm VW Gesprächspunkte vorgegeben. "Bedauerlicherweise habe ich mich an sie gehalten."

Hauptverantwortliche in Deutschland unbehelligt

Er räumt ein, dass er besser hätte zugeben sollen, dass VW seit fast einem Jahrzehnt betrügt. Während in den USA VW-Manager für den kriminellen Abgasbetrug zur Verantwortung gezogen werden, laufen in Deutschland die Hauptverantwortlichen im Konzern und in der Regierung immer noch frei herum.

 

Immer mehr VW-Beschäftigte, betrogene Kundinnen und Kunden, kommunalpolitisch Aktive, Umweltaktivistinnen und  Umweltaktivisten wollen jedoch dafür sorgen, dass auch diese zur Verantwortung gezogen und bestraft werden.