Opel

„Die Masche mit dem ‚Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen‘“

Die Kollegenzeitung „Der Blitz – Gemeinsame Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland" hat folgendes veröffentlicht:

Aus „Der Blitz“

Auch heute sollen wir wieder jede Lohndrückerei, jede Arbeitsplatzvernichtung schlucken, nur um im Gegenzug das Versprechen vom „Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen“ zu bekommen. Dieses „Angebot“ ist seit Mitte der 1990-er Jahre zu einer richtigen Methode geworden, um ganze Belegschaften zu erpressen und vom Kampf abzuhalten – nach dem Motto: „Hauptsache das Schlimmste verhindern“.

 

Zuerst wurde im Bergbau nach dem großen Streik von 1997 der „Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen“ eingesetzt, um dann Stück für Stück die Zechen zu schließen. Bei Opel wurde uns vor allem nach unserem Streik 2004 ein „Standortsicherungsvertrag“ oder „Zukunftsplan“ nach dem anderen aufgedrückt. Im Kern ging es immer darum: „Wenn die Belegschaft nur noch einmal auf Lohn verzichtet, dann bleibt das Werk erhalten und betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen.“

Wir sind lernfähig

Während unser Lohn immer weniger wurde, wurden so immer mehr Arbeitsplätze „sozialverträglich“ vernichtet: Motorenbau, Getriebebau, Werkzeugbau … bis zur Schließung von Werk II und I, als das Versprechen vom „Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen“ nichts mehr galt und tausende Kollegen arbeitslos wurden.

 

Der „Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen“ ist aber keine „Gegenleistung“ der Konzernvorstände für unseren Verzicht, er ist ein brutales Spiel mit der Angst der Kollegen und ihrer Familien und eine Methode, um Arbeiterkämpfe zu verhindern. Aber wir sind lernfähig und können mit solchen Maschen fertig werden, wenn wir aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen!