Leiharbeiter

Erneut selbständige Protestaktion bei VW Hannover

Im Kampf gegen ihre - für den 20. Dezember ausgesprochene - Entlassung wachsen Unmut und Selbstbewusstsein der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter. Die Auseinandersetzung ergreift immer größere Teile der VW-Belegschaft.

Korrespondenz aus Hannover

30 Kolleginnen und Kollegen diskutierten gestern bei der Pausenversammlung. Dabei auch einige Stammwerker.

Bundeswehr-Einsatz im Angebot

„Man kann doch nicht sagen, der Konzern boomt, aber uns rausschmeißen!“ VW heuchelt gegenüber der Presse Bedauern über die Entlassungen und behauptet, sich „intensiv um Lösungen für Betroffene zu bemühen.“

 

Die Kollegen berichten, wie diese Bemühungen aussehen: auf einer Infoveranstaltung wurde ihnen ein bundesweiter Einsatz bei der Bundeswehr angeboten und netterweise noch die Kontaktdaten des Arbeitsamts Wolfsburg. 

Wolfsburger Zeitungen berichten

Die Stimmung ist nachdenklich, aber auch kämpferisch und stolz über die Zeitungsberichte auf den Titelseiten von zwei Wolfsburger Zeitungen. Sie sind eine Reaktion auf die Protestaktivitäten und heißen Diskussionen im Internet. Dort kursiert auch ein Flyer der Kolleginnen und Kollegen, mit dem sie sich an die Belegschaft wenden: „Arbeitsplatzverlust für uns, Sonderschichten für euch!“

 

Solche Berichte in Wolfsburg, dem Herzen des Konzerns, die Verbindung der Arbeiter aus Hannover und Wolfsburg und die begonnene Überwindung der Spaltung in Leih- und Stammwerker - all das setzt VW schwer unter Druck.

Keine "Schlüsselkinder"

Zusammen mit einigen Vertrauensleuten geht es zum Betriebsrat – wieder ist kein einziger IG-Metall-Betriebsrat zu sprechen! Weiter zum Personalvorstand. Sachbearbeiterinnen halten die Kollegen auf, wiegeln ab, VW sei nicht zuständig, sie sollten sich an die Autovision (Leiharbeits-Tochterfirma) wenden.

 

Die Kollegen protestieren empört: „Wir sind doch keine Schlüsselkinder, die man rausschickt! Wir sind hier, um unsere Verträge für VW zu unterschreiben, notfalls auch in Kassel! Wir haben Familie!“

"Wir kommen wieder!"

Schließlich erklären die Kolleginnen und Kollegen, sie kommen morgen wieder und erwarten dann Antworten. Wieder auf der Fahrstraße im Werk, folgt eine Beratung und Abstimmung – wir treffen uns am 15. Dezember, um 13 Uhr, erneut!

 

Der Landesverband Nord der MLPD erklärte umgehend seine uneingeschränkte Solidarität mit dem Kampf der Leiharbeiter bei VW (siehe unten).