VW-Krise

Gericht nimmt Ex-VW-Chef Winterkorn ins Visier

Aktionäre, die in der VW-(Diesel)Krise wegen verspäteter Information durch den Vorstand ihre Beteiligungen nicht mehr verkaufen konnten und starke Kursverluste hatten, klagen jetzt auch gegen die VW-Tochter Porsche vor dem Landgericht in Stuttgart.

Von wb
Gericht nimmt Ex-VW-Chef Winterkorn ins Visier
Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn (Volkswagen AG (CC BY-Sa 3.0))

Im Gegensatz zum Gerichtsverfahren in Braunschweig, „das sich zäh dahinschleppe“¹, soll in Stuttgart auch der damalige VW-Chef Martin Winterkorn vor Gericht kommen.

Richter sieht VW-Darstellung als "widerlegt"

Der Richter sieht die VW-Darstellung als „selbst widerlegt und erschüttert“´an, nachdem der Vorstand erst im Sommer 2015 von der kriminellen Abgas-Manipulation Kenntnis bekommen haben soll. Nach Ansicht des Richters wurde dem Vorstand bereits im Mai 2014 von einem „inzwischen zurückgetretenen VW-Manager ein Memorandum übermittelt, in dem davor gewarnt wurde, dass der Einsatz der Manipulationssoftware in den USA aufgedeckt werden könnte.“

 

Damit muss auch die Justiz auf die anhaltende Kritik unter den Massen reagieren, dass für die kriminelle Manipulation nur nachgeordnete Manager verantwortlich gewesen sein sollen, nicht aber die Vorstände.

Rücksichtnahme auf Konzerne fehl am Platz

Einen großen Anteil an der Massenkritik hat der Wahlkampf der Internationalistischen Liste/MLPD und die Arbeit der MLPD-Betriebsgruppen. So wurde in einer breit eingesetzten Broschüre² des Bündnisses nachgewiesen, dass bereits 2005 auf höchster Ebene die Entscheidung für den Einsatz der Manipulationssoftware gefallen ist.

 

Denn im Kampf um die Weltmarktführerschaft können Übermonopole wie VW keinerlei Rücksicht auf die Arbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt nehmen. Im Kampf um unsere Zukunft ist deshalb jede Rücksichtnahme auf diese Monopoldiktatur fehl am Platz. Sie muss revolutionär überwunden werden!