Konzert

Grup Yorum lässt sich nicht verbieten

Trotz schwerer Behinderungen durch Schnee und Eis in Süddeutschland waren 800 bis 1.000 Besucherinnen und Besucher zum Konzert von „Grup Yorum“ in die Stuttgarter Arena gekommen.

Korrespondenz aus Stuttgart
Grup Yorum lässt sich nicht verbieten
Grup Yorum beim durchgekämpften Konzert in Gladbeck im letzten Jahr (rf-foto)

Sie begleiteten einen musikalisch begeisternden und kämpferischen Auftritt der Gruppe, die sich nicht verbieten lässt, wie es auf den Einladungen geheißen hatte.

Repressalien ausgesetzt

1985 nach dem Militärputsch in der Türkei gegründet, sind sie staatlicher Verfolgung ausgesetzt. Konzerte werden verboten, ihre Mitglieder immer wieder verhaftet und ihre Kulturzentren durch faschistische und staatliche Schlägerbanden regelmäßig überfallen, erst recht unter dem Faschisten Erdogan. Seit 2015 ist die Gruppe, die wie keine andere den Freiheitskampf des kurdischen und des türkischen Volks musikalisch zum Ausdruck bringt, auch Repressalien durch den deutschen Staatsapparat unter Berufung auf den reaktionären Paragrafen 129b StGB („Unterstützung einer terrroristischen Vereinigung im Ausland“) ausgesetzt.

MLPD rief zu Solidarität und Wachsamkeit auf

Hans Fischer, Vertreter der Kreisleitung Stuttgart-Sindelfingen der MLPD, die als einzige deutsche Organisation auch mit einem Infotisch vertreten war, forderte in seinem Grußwort die Besucher zur Solidarität und Wachsamkeit auf. Auch wenn sich der Staatsapparat bei diesem Konzert in Stuttgart mit politischen Unterdrückungsversuchen zurückgehalten hat, zeigen die Verbote der Grup-Yorum-Konzerte wie in Fulda und die jüngsten bundesweiten Polizeiüberfälle auf Teilnehmer der G20-Proteste, dass die Revolutionäre Angriffsziel sind.

Gemeinsamer Auftritt von Grup Yorum und Lukas Weissert

Der Musiker Lukas Weissert schloss an das Grußwort mit einem sehr engagierten Solidaritätslied an. Höhepunkt der internationalistischen Verbrüderung war anschließend der gemeinsame Auftritt von Grup Yorum und Lukas Weissert mit dem italienischen Partisanen-Lied „Bella Ciao“. Es wurde in deutsch, türkisch und italienisch gesungen mit stimmkräftiger Unterstützung der Besucherinnen und Besucher im Saal.