Betriebsversammlung

"Zukunftspakt" bei VW in Kassel umstritten

Auf der Betriebsversammlung, die am 13. Dezember bei VW in Kassel stattfand, verkündete der Betriebsratsvorsitzende Carsten Bätzold, dass die Arbeitszeit im Werk auch 2018 auf 37 Stunden bestehen bleibt, statt auf 35 Stunden gesenkt zu werden.

Korrespondenz aus Kassel

Sein Argument für die Zustimmung zur Geschäftsleitung war, dass die Auslastung durch die SUV-Offensive Planungssicherheit für die Familien bringen würde und man darum diesem „tollen Gesamtpaket des Zukunftspaktes für Baunatal“ zustimmen musste.

Orientierung auf Standortdenken umstritten

Damit vertrat er offen ein Standortdenken, das die Einheit aller VW- und Automobilbelegschaften spaltet. Dies ist in der Belegschaft durchaus umstritten.

 

Der Betriebsrat fördert sogar eine Umfrage zum Zukunftspakt. Der Vertreter einer VW-Anwaltskanzlei hielt einen Redebetrag, dass die ganze VW-Krise im Griff sei und der Aufsichtsrat um Aufklärung kämpft. Ein Kollege dazu: „Das ist ja wohl ein Witz.“ Dafür gab es großen Beifall.

Viele Themen in der Diskussion

Einige Redebeiträge waren sehr kämpferisch. Bis zur Frage des Sozialismus und gegen die AfD und um kämpferische Tarifverhandlungen deckten sie viele Themen der gesellschaftlichen Polarisierung ab.

 

Besonders die familienfeindlichen ausgedehnten Arbeitszeiten und Schichten über das komplette Wochenende versteht die Belegschaft nicht, auch wenn alles schöngeredet wird und an anderen Standorten die Leiharbeiter entlassen werden. Es gab auch Redebeiträge zur Solidarität mit dem kämpferischen Vertrauensmann Andreas Gärtner.

Kämpferische Aktion gegen Wochenendarbeit

Dagegen setzte Bätzold, dass man mit Kämpfen nicht so weit kommt wie mit dem Verhandlungsgeschick des Betriebsrats. Abschließend führten einige Kolleginnen und Kollegen eine kämpferische Wegezeit dafür durch, dass nicht akzeptiert werden kann, die Wochenenden zu arbeiten. Dies war ein wichtiges Signal.