Gemeinsame Feier

50 Jahre unerschütterlicher Kampf für die Befreiung Palästinas

Vor wenigen Tagen feierten das Demokratische Komitee Palästinas und Sympathisanten den 50. Jahrestag der Gründung der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Von js
50 Jahre unerschütterlicher Kampf für die Befreiung Palästinas
Solidaritätsdemonstration in Den Haag (foto: www.pflp.ps)

50 Jahre PFLP – das sind 50 Jahre Standhaftigkeit gegen zionistischen Staatsterror mit außergerichtlichen Hinrichtungen, Verfolgung, Gefängnis und antikommunistischer Verteufelung. Unter den Hunderten Festgästen, Jugendlichen und Familien war auch Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD - von den Veranstaltern herzlich eingeladen.

 

Plakat für eine Protestkundgebung gegen Trumps Provokation am 15. Dezember um 14 Uhr am Adenauer-Platz in Berlin (Montage: RF)
Plakat für eine Protestkundgebung gegen Trumps Provokation am 15. Dezember um 14 Uhr am Adenauer-Platz in Berlin (Montage: RF)

In Kürze

  • PFLP konnte ihren Masseneinfluss deutlich stärken
  • Eindringlicher Bericht über die unhaltbaren Zustände in Gaza
  • Interesse an weiterer Zusammenarbeit im Internationalistischen Bündnis sowie beim Aufbau einer internationalen antiimperialistischen Einheitsfront

Gabi Fechtner persönlich, das Internationalistische Bündnis und die MLPD haben im Bundestagswahlkampf und danach den berechtigten Befreiungskampf des palästinensischen Volkes verteidigt und offensiv in die Öffentlichkeit getragen.

 

Sie und palästinensische Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben sich nicht beeindrucken lassen von Reaktionären wie Volker Beck (Grüne) oder Frauke Petry (ehemals AfD), die keine Gelegenheit auslassen, den palästinensischen Befreiungskampf als „Terrorismus“ zu verunglimpfen.

Lunte am Pulverfass

Die Provokation von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, macht vor aller Augen deutlich, dass die Rechte des palästinensischen Volkes noch mehr mit Füßen getreten werden sollen. Doch diese Lunte am Pulverfass führt dem bedeutenden Kampf um Freiheit und Demokratie neue Kräfte zu und die PFLP konnte ihren Masseneinfluss deutlich stärken.

 

Es gab zahlreiche Grußworte unter anderem vom Botschafter der Vertretung Palästinas in Berlin und der Fatah, der größten Organisation innerhalb des Dachverbands PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation). In einem Grußwort wurde die PFLP als eine „Hauptsäule des palästinensischen Widerstands“ gewürdigt.

Extrem schwierige Lebenslage

Ein Vertreter des Zentralkomitees der PFLP war direkt aus dem Gaza-Streifen gekommen und berichtete der MLPD exklusiv über die Lage. Er selbst ist seit 50 Jahren in diesem unbeugsamen Widerstand aktiv. Gaza wird vom imperialistischen israelischen Staat abgeriegelt. Dort werden etwa zwei Millionen Palästinenser auf engstem Raum wie in einem Gefängnis „gehalten“.

 

Er berichtete eindrücklich über die Unterdrückung und außerordentlich schwierige Lebenslage in den palästinensischen Gebieten, aber auch den Widerstand. Es gibt eine sehr schlechte Versorgung der Menschen. Die Gesundheitsversorgung ist extrem schlecht und es sterben täglich Menschen, weil sie nicht in Krankenhäuser kommen oder medizinisch versorgt werden können. Es gibt nur drei bis vier Stunden am Tag elektrischen Strom.

 

Die Industrie wurde durch die vergangenen Kriege Israels weitgehend zerstört. Die Fischer dürfen nur sehr begrenzt aufs Meer hinaus fahren, sonst werden sie von israelischen Truppen beschossen.

Gaza: Massendemonstration statt Veranstaltung

Unter den Massen gibt es einen großen Unmut über die Zerstrittenheit zwischen den verschiedenen Strömungen und Parteien des palästinensischen Volkes. Sie fordern, sich im gemeinsamen Kampf zu vereinigen.

 

Ursprünglich wollte die PFLP den 50. Jahrestag auch in Gaza mit einer Veranstaltung begehen. Aufgrund der aktuellen Situation wurde sie kurzerhand in eine Massendemonstration umgewandelt – und Tausende kamen, die mit roten Fahnen am 9. Dezember durch Gaza zogen. Vor allem die Jugend in Palästina ist sehr aktiv und steht für einen neuen Aufschwung im Kampf gegen imperialistische Besatzung.

Gabi Fechtner hält Rede

Gabi Fechtner war die einzige Vertreterin einer Partei aus Deutschland, die zu einer Rede eingeladen war. Sie betonte in ihrer mit großer Verbundenheit, Freundschaft und Begeisterung begleiteten Rede die Bedeutung der Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution, den Zusammenschluss der revolutionären Kräfte und die Rolle, die der berechtigte Kampf für nationale Befreiung dafür hat.

 

Sie ging darauf ein, dass der nationale Befreiungskampf auch Teil der internationalen, revolutionären Arbeiterbewegung werden muss, um Perspektive und Durchschlagskraft zu erhalten.

Revolutionäre Bewegung braucht Zielklarheit

Gabi Fechtner beglückwünschte die Sympathisanten der PFLP zum 50. Jubiläum ihrer Partei und betonte die Bedeutung marxistisch-leninistischer Parteien, die der revolutionären Bewegung Perspektive und Zielklarheit geben.

 

Sie bezog klar Position gegen den US-Imperialismus als Hauptkriegstreiber. Man müsse aber auch aufpassen muss, dass nicht durch die Hintertür andere Länder wie Saudi-Arabien, die Türkei oder der Iran die nationale Befreiungsbewegung für ihre neuimperialistischen Interessen missbrauchen.

Stolz auf das Internationalistische Bündnis

Ihre Rede wurde immer wieder von herzlichem Applaus und Parolen unterbrochen. Begeisterung weckte auch der Bezug zum Jubiläum „100 Jahre Oktoberrevolution“, das in diesem Jahr gefeiert wird.

 

Verschiedene Teilnehmer betonten in der anschließenden lebhaften Diskussionen, wie wichtig für sie die Zusammenarbeit hier in Deutschland ist. Sie waren stolz und glücklich über die Zusammenarbeit im Internationalistischen Bündnis. Etliche trugen sich in Mitmachlisten für das Bündnis ein.

Interesse am Aufbau einer internationalen Einheitsfront

Dabei gibt es auch wichtigen Klärungsbedarf und Nachfragen, unter anderem zum neuimperialistischen Charakter Irans und dessen Rolle für den palästinensischen Befreiungskampf. So wurden eine ganze Reihe Broschüren "Über die Herausbildung der neuimperialistischen Länder" und Exemplare des Buchs „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“ von Stefan Engel verkauft.

 

Wichtiges Ergebnis war auch die ernsthafte Zusage für die weitere Zusammenarbeit beim Aufbau einer internationalen antiimperialistischen Einheitsfront, wofür die ICOR bei ihrer 3. Weltkonferenz im November die Initiative ergriffen hat.