Düsseldorf

Air Berlin Beschäftigte vor dem Landtag

Am Donnerstag, um 13 Uhr, begann die zweite Demonstration von Air-Berlin-Beschäftigten. Diesmal vor dem Düsseldorfer Landtag – bei der ersten Demonstration, am 22. November, waren es circa 1000 Kolleginnen und Kollegen in Berlin gewesen.

Korrespondenz aus Düsseldorf
Air Berlin Beschäftigte vor dem Landtag
AirBerlin Beschäftigte vor dem Düsseldorfer Landtag (rf-foto)

Einige hundert Kolleginnen und Kollegen waren gestern gekommen. Sie sind als Piloten oder Flugbegleiter betroffen von der Insolvenz, erhalten keine Zahlungen mehr, haben aber auch noch kein Kündigungsschreiben bekommen. Nun sehen sie mit der Arbeitslosigkeit am Ende dem Hartz IV-Bezug entgegen.

 

Einige haben inzwischen einen Vertrag bei EasyJet (auf der Grundlage eines Tarifvertrags mit ver.di). Andere sollen sich bei der Lufthansa-Tochter Eurowings bewerben, mit Gehaltseinbußen. Junge Piloten sind oft noch verschuldet, weil sie für die Kosten ihrer teuren Berufsausbildung selbst aufkommen mussten. Die Kollegen befürchten, dass die Lufthansa mit ihrer umfassenden Einsicht in die Personalakten nur besonders ausgesuchtes Personal einstellen wird.

 

Die Organisation der Kundgebung nahmen Betroffene selbst in die Hand, sie riefen eine Reihe Parlamentarier ans Redner-Mikrofon, erwarten von ihnen Hilfe. Die Unzufriedenheit mit dem Profit-Diktat ist groß, darüber herrscht weitgehend Einigkeit.

 

Die Klärung weiterer Fragen steht noch aus: Kann man auf eine sozialere Verhaltensweise der „Chefs in einer Marktwirtschaft mit mehr Konkurrenz“ hoffen – wie es Gregor Gysi schon auf der Berliner Kundgebung glauben machen wollte? Oder muss man aus dieser Erfahrung mit dem Geschacher der Kapitalisten auf dem Rücken der fast 8000 Air Berlin Beschäftigten nicht viel mehr überlegen, dass dieses ganze kapitalistische System kein Vertrauen mehr verdient?