Arbeitskampf

Piloten-Streik bei Ryanair

Heute morgen hat die Vereinigung Cockpit (VC) alle angestellten Ryanair-Piloten zum Warnstreik zwischen 5 und 9 Uhr aufgerufen.

Von gp
Piloten-Streik bei Ryanair
Bei Ryanair standen heute morgen teilweise die Jets (foto: gemeinfrei)

Betroffen waren nach ersten Einschätzungen an die 20 Flüge an den zehn deutschen Basen.

 

Jahrelang hatte Ryanair sich geweigert, Gewerkschaften als Verhandlungspartner anzuerkennen. Daraufhin beschlossen die Piloten über den Dachverband „European Cockpit Association“ den ersten europaweiten Streik einer Airline – er sollte am 20. Dezember stattfinden. Bei Ryanair arbeiten rund 4.000 Piloten. Gefordert werden Tarifverträge, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Altersvorsorge und verbindliche Dienstpläne, sowie Festanstellung der Contract-Pilots (Scheinselbständige).

Ryanair hat bisher auf Zeit gespielt

Berufseinsteiger wurden bislang nicht direkt bei Ryanair eingestellt, sondern müssen ihre Arbeitsleistung als Selbstständige anbieten. Nach der Streikdrohung machte das Unternehmen ein Zugeständnis. Es anerkannte die Gewerkschaften als legitime Interessenvertretungen der Piloten. Das gilt aber nicht für die gewerkschaftlichen Vertretungen des Kabinen- und Bodenpersonals. Ryanair lud die verschiedenen nationalen Piloten-Gewerkschaften zu Gesprächen ein. Die Gewerkschaften hatten daraufhin ihren angekündigten Streik ausgesetzt. Doch offensichtlich spielt Ryanair auf Zeitgewinn. So sind die ersten Sondierungsgespräche am 20. Dezember in Dublin daran gescheitert, dass Ryanair zwei der fünf Tarifkommissionsmitglieder der Pilotenvereinigung nicht anerkennen wollten. Die Piloten bereiten sich auf eine harte Auseinandersetzung vor und organisieren ihre Aktivitäten zum Arbeitskampf weiterhin europaweit. Nach Angaben der VC gibt es bereits in Irland, Portugal, Spanien, Italien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland öffentlich bekanntgemachte Tarifkommissionen. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat Streikaktionen des Kabinenpersonals angekündigt, sollte Ryanair sich weiter weigern, mit den europäischen Gewerkschaften für das Kabinenpersonal in Verhandlungen zu treten.