Brasilien

Mercedes-Benz-Arbeiter contra Flexibilisierung und Rentenraub

Am 21. Dezember bestätigten die Arbeiter von Mercedes-Benz in São Bernardo in einer Abstimmung einige Betriebsvereinbarungen: eine zur 40-Stunden-Woche und eine zur elektronischen Zeiterfassung.

Korrespondenz aus Stuttgart
Mercedes-Benz-Arbeiter contra Flexibilisierung und Rentenraub
Brasilianische Mercedes-Arbeiter 2016 im Kampf gegen Entlassungen (Foto: Edu Guimarães/SMABC)

Das geschah vor dem Hintergrund einer neuen Arbeitsgesetzgebung, die den Arbeitstag voll flexibilisiert. Die Gewerkschaft der Automobilarbeiter will sich mit den Abstimmungen für zukünftige Verhandlungen positionieren, um geplanten Verschlechterungen entgegentreten zu können.

40-Stunden-Woche soll verteidigt werden

“In den Vereinbarungen sind Gehälter geregelt, ... der Arbeitsschutz, Schutz bei Krankheit oder der Mutterschutz bis zu 180 Tage”, erklärte der Generalsekretär der Gewerkschaft, Aroaldo Oliveira da Silva.

 

Seit 1999 gilt die 40-Stunden-Woche, allerdings mit flexibler „Gleitzeit“, mit Freischichten, Pausenregelung und Urlaub. Die elektronische Erfassung der Stempelzeit muss nun aber nicht mehr mit Ausdrucken extra belegt werden. “Das hatte für lange Schlangen gesorgt, weil die Stempelzeit mit einer Art Kassenbon parallel ausgedruckt wurde."

Mobilisierung gegen Rentenraub der Regierung

“Für die Zukunft plant die Firma die Umstrukturierung der Logistik. Dies wird die Arbeit verdichten und rationalisieren. Wir diskutieren dies auch mit den Kollegen der Logistik und den Kollegen der Produktion”, so Aroaldo Oliveira da Silva.

 

Verbunden waren die Abstimmungen mit der Mobilisierung zum Kampf gegen den „Rentenraub“ des Staates: "Im neuen Jahr werden wir die Debatte über diese sogenannte 'Reform' vertiefen. Wir werden mobilisieren und zum Kampf aufrufen bis zum Februar, wenn sie im Bundessenat beraten werden soll”, versicherte der Generalsekretär.