Iran

Die Massen sind in über 60 Städten auf der Straße

Rote Fahne News sprach mit einem Kollegen aus dem Iran über die aktuelle Lage im Land.

Von ffz

Der Kollege berichtet: "Die Menschen sind sehr unzufrieden. Im Jahr 2017 hatten wir 60 Prozent mehr Arbeiterproteste als im Jahr zuvor. Das sind fünf Aktivitäten pro Tag - darunter Straßen- und Betriebsbesetzungen und Demonstrationen. Bisher war es so, dass die Aktivitäten einzelner Gruppen - wie Studenten, Schüler, Frauen etc. - ebenfalls quantitativ zugenommen hatten, aber separat für sich abliefen. 

 

Über 20 Arbeiter, die im Gefängnis  sind - wie Reza Shahabi, Vorstandsmitglied des Syndikats der Busfahrer von Teheran, sind ein Symbol für die Demonstrationen geworden. Am 26. Dezember hat Reza Shahabis Frau einen Aufruf herausgegeben, mit der Bitte, dass die Menschen ihn retten. Das hat dazu beigetragen, die Proteste der Arbeiter und der Massen zu verbinden.  Das geschah zuerst in Meşhed. Von dort hat sich die Bewegung verbreitet.

 

Die Solidarität hat sich mit dem aufgestauten Frust über die steigenden Lebensmittelpreise verbunden. So sind die Preise für Eier von 280 Toman auf 700 Toman gestiegen. Bis heute sind über 60 Städte erfasst; allein in Teheran zwölf Stadtteile. Zuerst hat das faschistische Regime nichts getan, außer seine Anhänger zu Gegendemonstrationen aufzurufen.

 

Jetzt lassen die Rohani-Regierung und der sogenannte 'Wächterrat' die Massen durch Milizen und Polizei zusammenschlagen - zum Teil auch erschießen. Doch die Menschen kommen immer wieder auf die Straße und lassen sich nicht einschüchtern. Die Proteste haben sich politisiert und richten sich mehr und mehr gegen das ganze Regime und sein System. Die Massen protestieren, dass die neuimperialistischen Machthaber des Irans Söldnertruppen wie die Hamas oder die Hisbollah ausrüsten, und bei ihnen wird gespart."

 

Rote Fahne News wird weiter berichten.