Dessau

Oury Jalloh - Das war Mord!

Zum 13. Todestag von Oury Jalloh finden neben einer bundesweiten Demonstration am 7. Januar in Dessau zahlreiche Kundgebungen und Mahnwachen statt. Die Föderation der ArbeitsmigrantInnen in Deutschland hat dazu eine Erklärung herausgegeben.

Erklärung der AGIF

Oury Jalloh wurde am 7. Januar 2005 in Dessau in der Zelle einer Polizeistation bei lebendigem Leibe verbrannt. Nach seinem Tod behaupteten die Polizisten, die sich zu dem Zeitpunkt im Dienst befanden, dass er sich selbst angezündet haben soll.

13 Jahre Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit

Es war offensichtlich, dass sich Oury Jalloh nicht auf einer feuerfesten Matratze anzünden konnte, an der er außerdem mit einer Handschelle fixiert war. Von Anfang an deuteten seine Angehörigen, Freunde und Flüchtlingsorganisationen auf die Widersprüche bei den Aussagen der Polizisten und den Umständen seines Todes hin, und sahen hinter dem Geschehenen einen vertuschten, rassistisch motivierten Mord. Der Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit wurde 13 Jahre lang nicht nur in den Gerichtssälen ausgefochten, sondern auch auf der Straße und in der Öffentlichkeit.

Kein Einzelfall

Oury Jalloh ist kein Einzelfall für einen rassistisch motivierten und vertuschten Mord! Beispiele für faschistisch und rassistisch motivierte Morde gibt es in Deutschland und anderen Teilen Europas viele.  Ein Großteil dieser Morde wurde erst durch die Haltung der Staatsbürokratie ermöglicht. Die NSU-Morde bieten genügend Beispiele dafür ...

Die Wahrheit muss ans Tageslicht

Nur durch den hartnäckigen Kampf für die Wahrheit wurde bewiesen, dass Oury Jalloh durch „Fremdeinwirkung“ in Polizeihaft lebendig verbrannt wurde. Es ist an der Zeit, festzustellen, wer genau dieses Verbrechen begangen hat ...

Demonstration und Kundgebungen

Neben der bundesweiten Demonstration am 7. Januar in Dessau werden wir als die Föderation der ArbeitsmigrantInnen in Deutschland am 5. Januar ... überall in Deutschland auf der Straße sein ... Am 6. Januar wird es in Köln am  Eigelsteintorburg (Nähe Ebertplatz) um 13 Uhr eine Kundgebung geben.