Stahl

thyssenkrupp schließt Anlagen

Die Abstimmung über den Tarifvertrag zur Fusion von tkSE und Tata ist heute online gestartet. Thyssenkrupp interessiert gar nicht, wie die Abstimmung verläuft, sondern das Monopol setzt weiter seine Fusionspläne um und schließt „unrentable“ Anlagen.

Korrspondenz aus Duisburg

Gestern wurde bekannt, dass im Kaltwalzwerk 1 bei tkSE in Duisburg Hamborn/Beeckerwerth, die EBA-Anlage zum 1. Februar 2018 geschlossen wird. Als Grund muss herhalten, dass es keine Aufträge gibt. Die Autoindustrie ist auf feuerbeschichtete Bleche umgestiegen und macht die teureren elektrolytisch beschichteten Bleche unnötig. 30 Arbeitsplätze werden hier vernichtet und die Kollegen werden in andere Bereiche versetzt.

Tarifvertrag dient nicht zum Schutz von Arbeitsplätzen

Der Tarifvertrag wird als Schutz der Arbeitsplätze von den Medien und der Gewerkschaftsführung hochgejubelt. Das aktuelle Beispiel zeigt aber, dass der Tarifvertrag eben nicht zum Schutz der Arbeitsplätze dient. Geschützt werden die Kollegen, indem sie nicht betriebsbedingt gekündigt werden, das ist ein Erfolg. Aber thyssenkrupp kann seine Pläne zur Vernichtung von Arbeitsplätzen und zur Stilllegung von Anlagen, trotz dem Tarifvertrag umsetzen. Mit der Zustimmung der Mitglieder zum Tarifvertrag, wollen sie den Kampf gegen diese Pläne zersetzen und eine Zustimmung zur Fusion erkaufen.

Nein zum Tarifvertrag

Kritische und kämpferische Kollegen die gegen den Tarifvertrag und jetzt auch gegen die Schließung der Anlage sind, werden von manchen rechten Gewerkschaftsführern gerne als verantwortungslose Träumer dargestellt. Damit wollen sie vor ihrer Kapitulation vor einem konsequenten Kampf ablenken. Manch einer zeigt gar Verständnis, dass es ja keinen Sinn macht eine Anlage zu betreiben die wirtschaftlich keinen Sinn macht. Dies ist ein Freibrief für den Vorstand, denn genau mit dem Argument werden weitere Anlagen und ab 2021 auch ganze Standorte wie Hüttenheim, Eichen und Bochum geschlossen. Das können wir nicht akzeptieren, deswegen Nein zum Tarifvertrag und Ja zum Kampf um jeden Arbeitsplatz!