Feinstaub

Zirka 1000 Menschen blockieren B14 in Stuttgart

Die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg, beide grün regiert, weigern sich trotz Gerichtsbeschluss, wirksame Maßnahmen gegen die hohe Feinstaub- und Stickoxidbelastung in der Atemluft zu treffen.

Korrespondenz aus Stuttgart
Zirka 1000 Menschen blockieren B14 in Stuttgart
Die berühmte Mooswand wird in Augenschein genommen (rf-foto)

Stadt und Land hatten sich verpflichtet, den Verkehr auf der Stadtautobahn B14 bei Feinstaubalarm um 20 Prozent zu reduzieren, wenn die Werte auf über 40 Mikrogramm steigen. Jetzt ist es wieder soweit: die Werte der letzten Tage lagen bei ca. 110 Mikrogramm/Kubikmeter Luft. Deshalb wurde gestern Abend für eine Kundgebung und Demonstration von ca. 1000 Leuten die B14 zur Hälfte dicht gemacht.

Antrag auf Inhaftierung von bayerischen Regierungsmitgliedern

Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe forderte erneut die Autokonzerne zur kostenlosen Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit SCR-Katalysatoren auf. Dies würde bei über 6 Millionen Fahrzeugen etwa 10 Milliarden Euro kosten. Bei 36 Milliarden Gewinn der deutschen Autoindustrie 2016 kein Problem und kein Arbeitsplatz wäre gefährdet. Weiter führte er in seiner Rede aus, wie die DUH in München gegen die Luftverpestung vorgeht: Dort läuft ein gerichtliches Vollstreckungsverfahren gegen die bayerische Landesregierung mit dem Antrag auf Zwangs-Inhaftierung von Regierungsmitgliedern.

 

Bereits das neue Jahr wurde am 1. Januar mit einer Demo auf der B14 begrüßt. Da kein Auto mehr fuhr, konnte die berühmte Mooswand (sie soll den Feinstaub schlucken) aus der Nähe inspiziert werden: Moos hält bis -40°C aus, aber nicht die Stuttgarter Luft. Die traurigen Reste, sofern noch nicht erneuert, sind zerbröselt.