Arbeiterkampf

Jungfacharbeiterin bei Ford nicht übernommen – große Solidarität bei Kundgebung

Am 12. Januar fand eine vielbeachtete Kundgebung des „Solikreises für die Unbefristete Übernahme – ALLE heißt ALLE“ bei Ford Köln am Tor 8 statt.

Korrespondenz aus Köln
Jungfacharbeiterin bei Ford nicht übernommen – große Solidarität bei Kundgebung
Katrin mit Kollegen vorm Tor an ihrem letzten Arbeitstag (rf-foto)

Mittags bei Schichtwechsel versammelten sich Ford-Kolleginnen und -Kollegen sowie ihre Unterstützer. Gemeinsam mit der Jungfacharbeiterin Katrin Papke protestierten sie: Nach erfolgreicher Ausbildung bei Ford und dem ersten Jahresvertrag soll Katrin nicht weiterbeschäftigt werden und hat heute ihren letzten Arbeitstag. Viele Kollegen reagierten ungläubig auf diese Nachricht – hatte sich doch in den letzten Wochen seit kurz vor Weihnachten eine immer breitere Unterstützungsbewegung in der Belegschaft entwickelt.

Endlich macht mal einer was!

Ein  Ford-Kollege

 

Katrin ist vielen als mutige und kämpferische Gewerkschafterin und kameradschaftliche Kollegin bekannt, auch durch ihre Reden auf den Betriebsversammlungen, wo sie eine gründliche Berufsausbildung forderte und sich für die unbefristete Übernahme einsetzte - mit Kritik an wachsendem Arbeitsdruck in der Fiesta-Fertigung. „Endlich macht mal einer was!“, sagte ein Kollege. Viele meinten: „Typisch Ford. Das dürfen wir nicht zulassen, dass sie so mit Leuten umgehen, die den Mund aufmachen!“

Die Stimmung änderte sich

Im Verlauf der eineinhalbstündigen Kundgebung änderte sich auch die Stimmung bei einigen, die dauerhaft dabei standen - von einer Nachdenklichkeit zur Klarheit, dass es weitergehen muss und man jetzt nicht aufgeben darf.

 

„Erhobenen Hauptes!“ Der Solikreis gratulierte Katrin und den Kolleginnen und Kollegen zum bisherigen Kampf. Katrin bedankte sich am offenen Mikro für die viele Solidarität und will die letzte Spätschicht antreten. Über 300 Einladungen zum nächsten Solikreis-Treffen haben die Besitzer gewechselt.