Neubrandenburg

Nordkurier nimmt Kündigungen zurück

Die Nordkurier-Mediengruppe in Neubrandenburg hatte im Dezember rund 60 Zeitungs- und Postzustellern aus der Region Mecklenburgische Seenplatte die Kündigung präsentiert.

Korrespondenz

 

Der Hintergrund: Die Mitarbeiter wollten erstmals einen Betriebsrat gründen. Schon Ende Januar 2018 sollten die vollzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Job verlieren. Die meisten sind Frauen. Nordkurier wollte die Stellen über eine Zeitarbeitsfirma neu besetzen. Die Beschäftigten kritisieren außerdem die Arbeitsbedingungen, die Entlohnung und unbezahlte Überstunden.

 

Anfragen an die Geschäftsführung wurden nicht beantwortet. Es ist nicht nur zu vermuten, sondern liegt auf der Hand, dass die Entlassungen im Zusammenhang mit der geplanten Betriebsratsgründung standen. Das wiederum ist typisch für das Gebaren der Geschäftsführung des Nordkurier.

 

In der Folge gab es massive Proteste, besonders von der Gewerkschaft ver.di und nicht zuletzt auch von der Internationalistischen Liste / MLPD aus Neubrandenburg. Im Weiteren hatte ver.di für den 16. Januar zu einer Kundgebung vor dem Rathaus und einer Demonstration zum Nordkurier aufgerufen.

 

Der Nordkurier hatte daraufhin die ausgesprochenen Kündigungen zurückgenommen und die geplante Betriebsschließung der „Nordkurier Logistik Mecklenburgische Schweiz GmbH“ aufgehoben. Der Betrieb soll personell verkleinert und ein weiterer Zustellerbetrieb gegründet werden. Die Beschäftigten sollen in diesen neuen Betrieb mit den gleichen Konditionen überführt werden.

 

Die Kundgebung und die Demo wurden daraufhin ausgesetzt. Die Gewerkschaft wird am Ball bleiben, auch bezüglich der Gründung des Betriebsrates. Damit hat der Kampf der Beschäftigten und die Solidarität zunächst einen beachtlichen Erfolg zu verzeichnen.