Polizeigewalt

Durchsuchung des Kurdischen Vereins in Hamburg

Das „Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurdinnen in Hamburg e.V.“ am Steindamm war am Freitag, den 12. Januar, Opfer einer brutalen Polizeiaktion und Hausdurchsuchung.

Korrespondenz aus Hamburg
Durchsuchung des Kurdischen Vereins in Hamburg
Die Polizei hat vor kurzem eine Razzia beim kurdichen Verein in Hamburg durchgeführt (foto: ANF)

20 Polizisten brachen gewaltsam die Eingangstür auf, durchsuchten die Räume und beschlagnahmten Material, Transparente und Fahnen. Glastüren eines Schrankes wurden zerbrochen und Einrichtungsgegenstände auf den Boden geworfen. Die fadenscheinige Begründung: Ein kurdischer Demonstrant mit einer Öcalan-Fahne hätte angegeben, diese Fahne im kurdischen Verein erhalten zu haben.

Demnächst Durchsuchungen bei allen kurdischen Vereinen

Mit dieser, höchstwahrscheinlich selbst ausgedachten Begründung können demnächst alle kurdischen Vereine durchsucht werden. Was hier läuft, ist die reine Unterdrückung und Einschüchterung der kurdischen Freiheitsbewegung. Sie schließt sich an die Hausdurchsuchungen im Dezember in Wohnungen von Aktivistinnen und Aktivisten gegen den G20-Gipfel an.

Bürgerliche Presse glänzte durch Abwesenheit

Noch am selben Tag wurde vom Verein zu einer Pressekonferenz eingeladen. Allerdings glänzte die gesamte Hamburger Presse von NDR, MOPO, Abendblatt bis TAZ durch Abwesenheit. Lediglich die MLPD und die Linkspartei waren gekommen.

 

Die Co-Vorsitzende des Vereins, Türkan Gümüs, zeigte sich bestürzt über das Vorgehen der Polizei und betonte: „Das Verbot der kurdischen Organisationen ist sinnlos und die Fortsetzung der Erdogan-Politik hier in Deutschland. Auch Erdogan geht gegen all seine Kritiker mit der Begründung der Unterstützung des Terrors vor. Die Bundesregierung scheint diese übernommen zu haben. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir werden gegen diese Willkür der Hamburger Polizei juristisch als auch politisch vorgehen.“

 

Die MLPD drückte gegenüber dem Verein ihre volle Solidarität im Kampf gegen diese Polizeiwillkür und gegen das Verbot der PKK aus.